Mein Weg aus der Essstörung: Jetzt will ich anderen Mut schenken

Quelle: privat

Jenny, 26

Ihre vier Klinikaufenthalte hat Jenny nicht in der besten Erinnerung – rückblickend hat jeder einzelne davon ihr jedoch geholfen, ihre Essstörung loszulassen. Ihren Weg möchte sie teilen, um anderen Mut zu machen.

Heute

Ich sitze an dem Arbeitsplatz in meinem Zimmer, den Laptop aufgeklappt und tippe die ersten Worte ein. Letztes Semester, Abschlussarbeit. Mein grobes Thema: Die Bedeutung einer guten Nachsorge bei essgestörten Patientinnen und Patienten. Während ich schreibe, bemerke ich den Kloß in meinem Hals. Nicht ohne Grund habe ich speziell Essstörungen in den Fokus meiner Arbeit gestellt. Ich bin keine, die viel recherchieren muss. Die vor lauter Fachbegriffen nicht weiß, worauf sie Bezug nimmt. Oh doch, das weiß ich – nur zu gut. An meinen Füßen hockt der kleine Mischling einer Freundin, neben mir steht eine Tasse Tee und wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich weit draußen die einmalig schöne Silhouette meiner Heimatstadt. Dass ich heute, jetzt hier so sitze, war nicht immer klar. Ich schließe die Augen und denke zurück an eine Zeit, die mir immer so vorkommt, als hätte ich sie nicht selbst erlebt.

Irgendwas ist mit dir

„Irgendwas ist mit dir.“ So ging es los und so nahm es seinen Lauf. Ich startete gerade in die Sekundarstufe II (die Jahre vor dem Abitur), als meine Mutter mich ansprach. Ich sei so verändert, zurückgezogen. Einige Monate später kam zum ersten Mal das Wort „Essstörung“ durch eine Therapeutin ins Spiel. Ich bemerkte, dass ich launischer war und selbstverständlich wusste ich auch, dass es mit dem Essen zusammenhing. Als ich mitten in den Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen steckte, lernte ich einen tollen Mann kennen und versprach mir durch ihn und seine Liebe wieder mehr zu mir und meinem alten fröhlichen „Ich“ zurückzufinden. Er gab mir Kraft, Vertrauen und ein warmes Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Dennoch schaffte auch er es nicht, alle anderen Gedanken in meinem Kopf wegzupusten. Nach dem Abitur wollte ich durchstarten und bemerkte, wie ich an meinem Berufswunsch scheiterte. Für mich war es sehr schwer, mit Verlusten und großen Entscheidungen umzugehen. Durch diese für mich sehr bedeutende Niederlage fühlte ich mich zurückgeworfen. Die große Frage „Was möchte ich eigentlich im Leben machen?“ stand im Raum, und ich konnte sie nicht beantworten. Zweifel und Unsicherheiten bezüglich der Zukunft machten sich in mir breit. Zudem wurde mein Verhältnis zu Essen wieder schlechter und ich zog mich zurück. Nicht nur meine Stimmung, sondern auch die Beziehung litt darunter. Einen Plan, wie ich die Kurve bekomme, hatte ich nicht. Ich ließ mich hängen und wollte ausbrechen. Es war einfach zu viel. Und zum ersten Mal begann ich, meiner Essstörung einen größeren Raum als je zuvor zu geben.

Das Thema Klinik kommt auf

Mich beschäftigte der Gedanke, fort zu wollen. Ich fühlte mich unverstanden. Ständig wurden die Essstörung und meine Wesensveränderung thematisiert, doch das brachte mich nur mehr gegen meine Familie und meinen Freund auf. Mit Sicherheit war es auch für sie nicht einfach. Aber das sah ich damals nicht. Ich fühlte mich unter Druck gesetzt, in der Beziehung zu funktionieren, meine Eltern nicht durch mein Essverhalten zu verletzen und allen gut gemeinten Ratschlägen Folge zu leisten. Als mir all das zu viel wurde, wäre ich gerne einige Wochen nur für mich gewesen. So entstand der Gedanke, nach Kliniken zu suchen. Im ersten Moment erhoffte ich mir davon einfach nur eine Auszeit. Wie sehr ich durch die Essstörung gezeichnet war, wie schlecht es mir tatsächlich mental und physisch ging, das sah ich nicht. Meine Krankheitseinsicht war gleich Null. Meine Werte beim Arzt waren alle im gesunden Rahmen. Ich verdrückte auch mal eine Pizza und erbrach mich nicht danach. Ich zerstückelte mein Essen nicht. War ich überhaupt „krank genug“ für eine Klinik? Der Gedanke nagte sehr an mir und ich hungerte, um mir meinen Aufenthalt auch verdienen zu dürfen. Was zunächst wie eine Flucht, eine Befreiung erschien, schnürte mir letztlich nur noch mehr die Kehle zu. So bescheuert, so dumm, aber das waren die verdammten Tücken meiner Essstörung. Eine gute Freundin unterstützte und bestärkte mich schließlich, den Weg zu gehen. Ich bekam die Chance auf eine recht schnelle Aufnahme und ehe ich es mir anders überlegen konnte, stimmte ich dem Termin zu.

Als es soweit war und ich in die Klinik kam, erschien mir die Entscheidung wie ein Rettungsanker. Es gab Menschen, die mich verstanden und ich konnte mich fallen lassen. Sechs Wochen später revidierte ich meinen anfänglichen Eindruck. Nach dieser Erfahrung wollte ich nie wieder in solch eine Einrichtung. Warum auch, ich schaffe es bestimmt gut zuhause! Davon war ich jedenfalls überzeugt. Schlussendlich folgten nach dem ersten Klinikaufenthalt noch drei weitere.

Meine Erfahrungen – schmerzlich, erschütternd, ein Aufrütteln?

Diese Zeit war und ist immer noch prägend für mich. Mit Schmerz, Wut im Bauch und einem Kloß im Hals denke ich teilweise an Schlüsselmomente zurück. Momente, die mich verändert und meinem kranken Handeln Raum gegeben haben.

Es begann so harmonisch und hätte der Grundstein für unbeschwerte Jahre werden können – mein erster Aufenthalt. Ich war vorzeigefähig durch mein gutes Essverhalten, wurde gemocht und war die Starke. Was, die ist so dünn, kommt hier her und vertilgt aber ihr Essen bis auf den letzten Krümel?! Respekt! Respekt, ja, den bekam ich – anfangs. Nach und nach manövrierte ich mich jedoch in das kranke Denken hinein. Sah zu viel, hörte zu viel, passte mich an und machte ihre Gedanken zu meinen. Oder aber mir wurde einfach nur schmerzlich bewusst, dass ich doch essgestörter war als ich zu glauben vermochte.

Kurze Zeit später ließ ich Essen liegen und redete ich mich raus – genau wie ich das bei allen anderen auch beobachtet hatte. Sachen vertuschen war aber keine gute Eigenschaft in der Gruppe. Von der vorbildlichen Person war ich dadurch zur Zielscheibe geworden. Ich wurde gemieden und ausgegrenzt. Also mit dem Kopf durch die Wand, ich gegen alle – das kannte ich bereits sehr gut. Mit meiner Motivation ging es stetig bergab, die Zurückweisungen schmerzten.

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Die Geschichte mit dem Zwang

Ich sollte weg  und wollte schließlich auch weg. Diese erste Erfahrung mit Kliniken verfolgte mich von da an als abschreckendes Beispiel. Leider funktionierte es zuhause überhaupt nicht mehr. Ich hatte meine eigenen Regeln und ließ mir von niemandem etwas sagen. Dadurch reduzierte sich die von mir aufgenommene Nahrungsmenge auf ein Minimum, was letztlich zum Tiefpunkt meines Gewichts führte. Ich sah selber ein, dass ein Weiterkommen ohne Hilfe aussichtlos war. Auch die ärztliche Seite sprach dringend die Empfehlung eines weiteren stationären Aufenthalts aus. Also auf ein Neues.

Bei der zweiten Klinik wurde es dann so unmenschlich, dass mir noch heute das Herz schmerzt. Mit genügend Abstand kann ich beschreiben, was ich dort erlebt habe. Es gab zum Beispiel einen Vertrag, der mit Strafen arbeitete, wenn das Gewicht nicht geschafft wird. Als dieser Fall zweimal bei mir eintrat, bekam ich die Konsequenzen schmerzhaft zu spüren: eingesperrt auf meinem Zimmer, ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt, kein Briefverkehr, kein Telefon, keine Therapien und kein gemeinsames Essen.  Die Mahlzeiten wurden auf dem Zimmer serviert, dort war ich ihnen alleine ausgesetzt. Kein Lächeln, keine aufmunternden Worte oder Gehör von Mitpatienten oder Therapeuten. Mein Highlight am Tag war beschränkt auf das „aus-dem-Fenster-schauen.“ Mein größter Wunsch war so klein: einmal wieder die Sommersonne auf der blassen Haut spüren. Mein Herz hegte keine großen Ansprüche – es wollte nur Menschlichkeit erfahren.

Als ob das nicht bereits genug für meine Seele war, kam irgendwann das Thema Zwangsernährung auf. Ich war wie vor den Kopf gestoßen – ich, zwangsernährt? Es riss mir den Boden unter den Füßen weg. In seltenen Fällen kann über Zwangsmaßnahmen wie beispielsweise die Zwangsernährung bei Anorexie bestimmt werden. Dies geschieht meist dann, wenn Krankheitsfolgen und die bestehende lebensbedrohliche Situation nicht realitätsnah von Patientinnen und Patienten eingeschätzt werden oder sie sich weigern, überhaupt (stationäre) Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Wahl hatte ich nicht. Ein weiterer Tiefpunkt, der mich zum Nachdenken anregte. Ich hatte mich doch freiwillig in die Klinik begeben. Ich war motiviert, etwas zu ändern – es klappte nur nicht wie gewollt. Und dennoch musste ich diese Maßnahme über mich ergehen lassen. Die Sonde wurde zunächst für zwei Wochen gelegt und sollte kurzfristigen Erfolg für mein Gewicht bedeuten, im Kopf jedoch sorgte sie für Aufbäumen und Sträuben gegen diese Klinik. Mir wurde schmerzlich bewusst, dass die Essstörung mir Freiheiten und jegliche Kontrolle nahm.

Umdenken und Schritte nach vorn

Die letzte von vier Kliniken besuchte ich zweimal hintereinander. Sie gab mir ein Stück Normalität und Hoffnung zurück. In den Therapien war ich mit einer Gruppe aus hauptsächlich Gleichaltrigen zusammen. Wir hatten ähnliche Gedanken und Probleme – Loslösung von zuhause, eigenständig leben, etwas verändern wollen und herausfinden, was uns tatsächlich auszeichnet. Das Essen war wichtig – natürlich. Aber es nahm uns nicht komplett ein. Auch anderen Themen wurde Raum geschenkt.

Irgendwann kam dann der Tag, an dem ich die Nase voll hatte. Ständig kamen neue Patientinnen und Patienten. Immer die gleichen Geschichten, oftmals das gleiche Versteckspiel am Esstisch. Ich konnte und wollte es nicht mehr sehen. Zum ersten Mal wollte ich nach Hause. Davor beherrschte mich immer die Angst, dass es in der Klinik funktionierte und daheim nicht. Doch diesmal war es anders. Ich fühlte mich stark genug für ein Leben in der Heimat. Ich wollte es wagen, die Essstörung loszulassen.

Wer bin ich ohne die Essstörung?

In meiner Therapie erstellte ich eine Mindmap zum Thema „Wer bin ich ohne die Essstörung?“ Zunächst tat es mir weh, dass ich keine Antwort darauf fand. Doch damit wollte ich mich nicht abfinden. In den Kliniken hatte ich wieder meine Liebe zur Musik gefunden und beschäftigte mich außerdem mit der Hochzeit meiner Schwester. Tag für Tag arbeitete ich noch in der Klinik an einem Buch für sie und ihren zukünftigen Mann und stellte eine knapp einstündige Show auf die Beine. Ich fühlte mich dabei in frühere Zeiten zurückversetzt, wo ich gewitzt, selbstbewusst und voller Ideen war. Dieses Leben wieder in mir zu spüren war einmalig. Dieses unbeschreibliche Gefühl – ich wünsche es jedem.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass jede und jeder der Betroffenen einen eigenen Krankheitsverlauf hat und auch möglicherweise andere Beweggründe für einen klinischen Aufenthalt. Ich möchte niemandem den Mut nehmen, sich für diesen Schritt zu entscheiden, auch wenn ich teilweise negative Erfahrungen gemacht habe. Er kann unheimlich bedeutend für das Vorankommen sein! Jede Klinik verfolgt ein individuelles Konzept und dem einen Menschen wird es helfen, dem anderen nicht. Auch ich selbst habe Fehler gemacht und Mist gebaut, mich runterziehen lassen, anstatt die Gegebenheiten als Kampfansage für mein Leben zu nehmen. Macht ihr es besser – und solltet ihr Rückschläge erfahren, dann denkt dran: Das macht euch auf dem langen Weg nur stärker!

Von mir – für Euch

Aufgrund meiner Erfahrungen möchte ich euch gerne noch zwei Tipps an die Hand geben, falls auch ihr euch in einer ähnlichen Situation befindet.

  • Eine Klinik finden: Es gibt zahlreiche Kliniken mit verschiedenen Schwerpunkten. Holt euch Informationen darüber ein und versucht euch ehrlich zu betrachten: Ist mehr Verantwortung nötig oder nicht? Würdet ihr euch selbst belügen, wenn die Klinik Freiheiten bietet? Ich hätte es damals nicht zugegeben, aber für mich wusste ich immer, wieviel ich alleine „kann“ und wo noch die Essstörung spricht. Lasst euch drauf ein und redet lieber über die Dinge, die euch schwerfallen, anstatt sie zu vertuschen. Verheimlichen ist oft der einfache Weg, aber leider auch der kranke. Und stellt euch die Frage nach der Motivation. Wärt ihr bereit, die Essstörung ziehen zu lassen? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch nur dann der Weg für eine Therapie tatsächlich frei ist.
  • Kommunikation: Wie bereits erwähnt, ist Reden Gold wert. Seien es die Mitpatient*innen, die Klinikleitung, die Betreuerinnen und Betreuer. Ihr müsst nichts herunterschlucken und nicht alles über euch ergehen lassen. Die Krankheit ist tückisch und lässt euch zeitweise auch „dumme Sachen“ machen. Deshalb seid ihr als Mensch dennoch wichtig! Ihr dürft zugeben, wenn ihr gerade zwei Schritte rückwärts macht. Ihr dürft sagen, was euch belastet oder wenn ihr euch ungerecht behandelt fühlt. Bestenfalls werdet nicht nur ihr euch befreiter fühlen, sondern auch die anderen schätzen euch für eure Ehrlichkeit und können Unterstützung bieten.

Wie ich meinen Herzenswunsch verfolge

Zusammenfassend kann ich sagen: Es ist eine schmale Gratwanderung zwischen der medizinischen Verantwortung, dem Klinikkonzept und den Bedürfnissen des Kranken – bzw. des Menschen, der dahintersteckt. Damals empfand ich nur Unverständnis für die Verantwortlichen. Wie konnte man mich so behandeln? Heute sehe ich es in großen Teilen noch immer so, bin aber wesentlich reflektierter und versuche auch die andere Seite zu verstehen. Genau an diesem Punkt setzte ich vor knapp drei Jahren an, als ich mich entschloss, ein Studium im Bereich Gesundheitsmanagement aufzunehmen. Ich wollte danach bereit sein, Veränderungen loszutreten und auf all die Missstände, die ich persönlich erlebt habe, hinzuweisen. Ich wollte beruflich mit den Essgestörten in Kontakt kommen, ihnen zur Seite stehen und das alles in großem Rahmen: ich wollte eine Klinik für Essstörungen leiten und den Hut aufhaben. Die Zügel in der Hand halten. Ein Konzept etablieren, das es erlaubt, noch den Menschen zu betrachten, Zeit zu schenken und Zuversicht.

Meine Erfahrungen haben mich geprägt und geformt, aber vor allem haben sie mir eines vermittelt: die Schmerzen und die Umstände, die „verlorenen Jahre“ müssen nicht umsonst gewesen sein. Wenn es mir gelingt, auch nur einen Menschen zu erreichen und ihm Mut zu schenken – dann sitzt auch er vielleicht bald am Fenster, lächelt gedankenverloren und spürt wieder, was Glückseligkeit bedeutet. Das wäre es mir wert.

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Quelle: Stefan Schwope

Wie der Sport und ich wieder Freunde wurden

Quelle: privat

Als Jana anfängt, Sport wieder für sich zu machen, und nicht für einen „perfekten" Körper, findet sie wieder Freude daran. Ihre Tipps!

Als Kind bin ich regelmäßig zum Leichtathletik und Turnen gegangen und habe später mit Fußball angefangen.  Ich habe Sport geliebt, war jedoch nie eine der Besten. Je älter ich wurde, desto mehr wurde Sport durch den ständigen Vergleich mit anderen für mich zu einem Wettkampf. Ich habe mich immer mehr angestrengt, um besser zu sein als alle anderen. Mein Fokus lag nur noch auf Leistung und nicht mehr auf dem Spaß. Sport wurde für mich zur Hölle. Ich wollte mich nicht ständig schlecht fühlen und für meinen Körper schämen, weshalb ich mit dem Sport aufgehört habe.

Daraufhin nahm ich sehr viel an Gewicht zu und meine Lebensfreude verschwand mit jedem zusätzlichen Kilo mehr. Irgendwann habe ich wieder Sport gemacht, um abzunehmen. Aber auch das wurde durch Gedanken über mein Aussehen beim Sport und meine Leistung geprägt.

Ich habe mich jedes Mal wie auf einem Präsentierteller gefühlt – hilflos, klein und schwach. Spaß? Fehlanzeige. Alles drehte sich nur noch darum den anderen zu zeigen, dass ich doch sportlich bin und auch mit mehr Gewicht mithalten kann. Doch innerlich war ich davon überzeugt, dass ich es nicht kann. Ich habe an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt, mich für mein Übergewicht geschämt und wollte am liebsten bei jeder Sporteinheit im Boden versinken.

Meine größte Motivation war es, durch Sport den „perfekten“ Körper zu bekommen, wie das Model in der Sportzeitung. Aber ganz egal wie ich aussah, ich hatte das Gefühl, dass ich mich mehr anstrengen und vor allem mehr abnehmen muss, um Anerkennung für meine Leistung zu erhalten.

Quelle: Stefan SchwopeQuelle: Stefan Schwope
Quelle: Stefan Schwope

Erst als ich Yoga für mich entdeckt habe, habe ich plötzlich gemerkt, dass es gar nicht darum geht zwei Stunden im Fitnessstudio ein Workout zu machen, sondern darum Spaß zu haben, etwas für seine Gesundheit und den Körper zu tun.

Die Meinung anderer über meinen Körper und meine Fähigkeiten rückten plötzlich in den Hintergrund. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich wieder Freude daran, meinen Körper bewusst wahrzunehmen ohne das Ziel zu haben, perfekt zu sein oder abnehmen zu müssen. Ich habe so endlich eine gesunde Motivation zum Sport entwickelt. Durch Bewegung und Sport lernte ich, meinen Körper für das zu lieben was er kann, anstatt ihn dafür zu hassen, was er nicht kann. Durch diese Erfahrung stieg auch meine Lebensfreude wieder.

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Was ist der Unterschied zwischen Bewegung und Sport?

Als Bewegung wird jede physische Aktivität bezeichnet, die wir im Alltag machen. Beispiele dafür sind Spaziergänge, Tanzen, Fahrrad fahren aber auch Hausarbeit. Sport ist gekennzeichnet durch eine höhere physische Intensität als Bewegung.  Zu sportlichen Betätigungen kann zum Beispiel Joggen, Fußball, Workouts und Turnen gezählt werden.
Während Sport oft das Ziel hat, den Körper zu verändern oder leistungsfähiger zu machen, ist Bewegung etwas Essentielles und Natürliches. Schon die Neandertaler nutzten Bewegung als Mittel für die Jagd oder zum Sammeln von Beeren und Kräutern. Ohne Bewegung wären sie nicht überlebensfähig gewesen. Sport wie wir ihn heute kennen, gab es da noch nicht. Sie waren nicht auf Fitnessstudios angewiesen, da sie auch ohne genug Bewegung bekamen.

Bewegung tut gut

Heute werden uns die meisten Aktivitäten durch Technologien oder moderne Fortbewegungsmittel abgenommen und auch in Jobs und Freizeit kommen wir mehr und mehr ohne Bewegung aus. Das führt zu steigendem Bewegungsmangel.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat herausgefunden, dass Bewegungsmangel auf der ganzen Welt weiter verbreitet ist denn je. Deutschland schneidet hier besonders schlecht ab, da sich nur 42,2% der Bevölkerung ausreichend bewegt. Laut Definition der WHO bedeutet das mindestens 150 Minuten moderaten Sport in Form von Gassi gehen, Tanzen oder Hausarbeit oder 75 Minuten intensive Bewegung, wie Teamsport, Joggen oder Fahrrad fahren. Alle Angaben beziehen sich auf eine Woche.

Als ungefähre Richtlinie für ausreichende Bewegung werden 10.000 Schritte pro Tag empfohlen. Doch warum bewegen sich immer weniger Menschen ausreichend, obwohl die Sportangebote steigen und auch das Wissen und die Wichtigkeit von Bewegung in den Medien immer mehr thematisiert werden?

Einer der Gründe für Bewegungsmangel ist besagter technischer Fortschritt. Außerdem zeigen uns die Medien ein immer unnatürlicheres Bild von Sport. Es wird mit harter Arbeit, Willenskraft und großem Zeitaufwand assoziiert. Ein Ideal wird erschaffen, das für viele Menschen  ohne hohen Einsatz unmöglich zu erreichen ist. Das führt zu Frustration und langfristig zu weniger Motivation.

Dabei gibt es viele Gründe, Bewegung in den Alltag einzubauen. Bewegung und Sport haben für Menschen aus allen Altersklassen körperliche und psychische Vorteile. Bewegung fördert die Gesundheit unseres Herz-Kreislaufsystems, stärkt unser Immunsystem, kann Übergewicht, Verspannungen, Verdauungsprobleme, Diabetes und sogar Krebs vorbeugen. Bewegung wirkt sich außerdem positiv auf dein Selbstwertgefühl, deine Stimmung und Konzentration aus und kann sogar Depressionen vorbeugen. Ein gesundes Maß kann auch Müdigkeit, Energielosigkeit und Antriebslosigkeit verringern. Ein weiterer Vorteil ist, dass man durch Sport auch neue Leute kennenlernen und sich mit ihnen austauschen kann. Bei mir hat Sport vor allem zu mehr Selbstliebe und Selbstannahme geführt. Ich lernte meinen Körper anders wahrzunehmen und ihn zu schätzen.

Warum Bewegung eher Freiheit als Zwang bedeutet

Wir sehen Sport oft als Mittel an, um abzunehmen oder unseren Körper zu verändern – mir ging es ja selbst so. Dabei vergessen wir oft, dass es außerdem ein Weg ist, uns mit unserem Körper zu verbinden und für ihn zu sorgen. Erst wenn wir in unserer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind, beispielsweise durch Krankheiten, fehlende Zeit für Sport oder durch räumliche Einschränkungen, merken wir, wie sehr wir auf Bewegung angewiesen sind und welche positiven Auswirkungen sie auf unseren Körper hat.

Dadurch, dass wir die Möglichkeit haben unseren Körper zu bewegen, sind wir frei. Frei in vielen unserer Entscheidungen und Möglichkeiten. Bewegung ist ein Privileg, welches wir nutzen sollten.

Sport hat mich von der Abwertung meines Aussehens befreit. Mir hat Yoga vor allem gedankliche Freiheit gegeben. Durch das achtsame Beobachten meiner Gedanken habe ich die Möglichkeit meine Gedanken zu hinterfragen und zu verändern. Es kann dir die Freiheit geben herauszufinden wer du bist und was du magst. Durch die unzähligen sportlichen Möglichkeiten kannst du frei entscheiden welcher Sport zu dir und deinen Bedürfnissen passt. Zwang entsteht, wenn wir in dieser Freiheit eingeschränkt sind. Beispielsweise durch den Einfluss von Eltern oder Freunden, die uns „vorschreiben“ welchen Sport wir ausüben sollten, durch die Medien, die ein unnatürliches und meist unerreichbares Körperbild darstellen und durch uns selber, indem wir uns ein zu hohes Ziel setzen.

 Wie ich seitdem Bewegung in meinen Alltag integriere

Inzwischen ist Bewegung und Sport wieder ein wichtiger und nicht mehr wegzudenkender Teil in meinem Alltag. Es gibt keinen festen Plan, wann ich zum Sport gehe oder wie viel ich mich bewege, denn die Entscheidung überlasse ich zu 100 Prozent meinem Körper. Ich bin in einem Fitnessstudio angemeldet, das verschiedene Kurse wie Yoga, Zumba, Workouts, Spinning, Fußball oder Volleyball anbietet. Dadurch kann ich entscheiden, wann und worauf ich Lust habe. Allerdings suche ich mir wirklich nur Kurse aus, die zu meiner Leistungsfähigkeit passen und die mich gut in meinem Körper fühlen lassen.

Don’t think about it, just move your body.

In Zeiten, in denen ich weniger Zeit habe für Sport, versuche ich trotzdem mich regelmäßig zu bewegen. Das kann bei einem kurzen Spaziergang sein, indem ich das Fahrrad anstatt das Auto benutze oder aber ich mache mein absolutes Lieblings-Gute-Laune Lied an und tanze ausgelassen durch die Wohnung. Denn wie Meghan Trainor in meinem Lieblingslied singt „Don’t think about it, just move your body“.

Aber auch ich habe natürlich wie jeder andere Mensch auch manchmal überhaupt keine Lust mich zu bewegen oder Sport zu machen, sondern einfach mit Chips auf der Couch zu sitzen und einen Film zu gucken. Und das ist in Ordnung. Wie gesagt, Bewegung sollte etwas sein, das dir Freude bereitet und dich wohlfühlen lässt. Der Unterschied zu früher ist, dass ich mich nicht mehr schuldig fühle, wenn ich mal keine Lust habe, denn ich weiß, dass ich höchstwahrscheinlich in den nächsten Tag wieder mehr Motivation haben werde.

Und jetzt wünsche ich dir ganz viel Freude beim Ausprobieren!

5 Tipps wie du Bewegung in deinen Alltag integrieren kannst

Einen Tipp, den ich dir geben kann ist: Ausprobieren. Gerade am Anfang ist es schwierig einen Sport zu finden, der einem wirklich Spaß macht oder zu wissen, wie viel Bewegung für dich gut ist. Durch Ausprobieren wirst du immer besser darin. Vielleicht hast du, als du jünger warst etwas gemacht, was dir sehr viel Freude bereitet hat.

Egal ob das Trampolin springen, Inliner fahren, Schwimmen gehen, Federball spielen oder auch Fahrrad fahren war, probiere es heute einfach mal aus. Je mehr du ausprobierst, desto eher findest du den Sport der zu dir passt. Ein paar weitere Ideen sind Basketball spielen, Seil springen, Wandern, Ski fahren im Winter oder Surfen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt! Ich freue mich schon sehr darauf, in den nächsten Monaten neue Sportarten auszuprobieren. Ganz oben auf meiner Liste stehen Skateboard fahren, Tennis und Bouldern (Klettern ohne Sicherung).

 

Beziehe deine Fähigkeiten mit in die Wahl eines geeigneten Sports ein. Vielleicht bist du besonders gut im Laufen, weshalb Fußball, Leichtathletik oder Joggen das Richtige für dich sein könnten. Wichtig ist außerdem, dass du herausfindest, ob du eher ein Teamplayer oder ein „Einzelkämpfer“ bist. Während du unabhängiger von anderen bist, wenn du alleine trainierst, kann es deine Motivation und den Spaß steigern, zu festen Zeiten in einer Mannschaft oder Gruppe zu trainieren. Auch eine Kombination aus beidem ist möglich.

Auch online gibt es viele Angebote, wie zum Beispiel Yoga mit Mady Morisson, Tanzworkouts mit TheFitnessMarshall oder Workouts für Anfänger von AnneBodykiss und Pamela Reif. Für mich können allerdings Online-Workouts ein Trigger für Selbstzweifel und negative Gedanken sein. Zu sehen wie sportlich oder schlank die Instruktor in den Videos sind, führt häufig dazu, dass ich mich und meine Fähigkeiten mit ihnen vergleiche. Dann mache ich mir klar, dass hinter ihren Körpern und Fähigkeiten ein Lebensstil steckt, den sie wahrscheinlich schon seit Jahren verfolgen. Ich muss nicht mit ihnen mithalten können. Außerdem waren mir häufig selbst Anfänger Online-Workouts zu intensiv. Entweder habe ich dann meine eigene, einfachere Variante der Übungen gemacht oder nur einen Teil, bestehend aus Übungen die mir Spaß machen, gemacht.

Ich bin mir sicher, dass, sobald du etwas findest, das dir wirklich Spaß macht, die Motivation wie von alleine kommt. Fang am besten langsam und achte darauf wie dein Körper reagiert. Wichtig ist, dass Sport und Bewegung in einem für dich gesundem Maß praktiziert werden sollten. Sowohl zu viel als auch zu wenig Sport kann einen negativen Einfluss auf deine Gesundheit haben. Aus dem Grund ist es wichtig, dass du auf deinen Körper hörst, der dir meistens zeigt wie viel Sport dir gut tut. Ich schließe für mich inzwischen jegliche Form von exzessivem Sport  und Leistungssport aus. Für mich ist und bleibt Sport ein Hobby, dass ich in meiner Freizeit praktizieren möchte.

Meiner Meinung nach ist das Wichtigste, dass du aufhörst an die ganzen Fitness-Mythen zu glauben. „Sport ist Mord“, „no pain, no gain”, „Unter 30 Minuten bringt Ausdauertraining nichts”, “Für Yoga muss man flexibel sein”, “Ich sollte mindestens vier Mal pro Woche Sport machen, um abzunehmen.“ „Es gibt nur einen richtigen Weg, Kraftsport zu machen“. All das ist totaler Quatsch. Sport ist vielfältig, genau wie jeder einzelne von uns. Finde deinen Weg und lass dir von niemandem (auch nicht von dir selbst) einreden, dass du etwas nicht schaffen könntest. Sport ist für dich und deine Gesundheit, nicht um irgendeine Bestleistung zu erzielen. Du darfst Spaß an Sport haben ohne dich schlecht zu fühlen für deinen Körper oder deine Fähigkeiten. Du bist gut so wie du bist.

 

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Schön, dass du da bist. Dieser Text könnte dich sehr berühren. Wenn du eine Essstörung, eine Depression oder Suizidgedanken hast, könnte dieser Text dir gerade nicht guttun. Bitte überlege dir, ob du ihn wirklich lesen möchtest. Hast du Redebedarf? Dann hilft dir vielleicht unser Angebot hier weiter.

Alles Liebe, Deine Incogito-Redaktion.

Quelle: Marie Böse

Zurück ins Sein

Quelle: privat

Wir schreiben das Jahr 2017: eine 30-tägige Reise nach Schweden, in Beziehung mit einem Musiker

Schweden… 30 Tage Natur, 30 Tage durchatmen, 30 Tage das klare Nass der eiskalten Seen, das Lagerfeuer in den rosa Morgenstunden, der köchelnde Tee. Wanderungen zwischen Moor und Moos, zwischen Farn und Fels. Das Lagerfeuer in den goldenen Abendstunden, die Süßkartoffeln in der Glut, der Blick in die Ferne auf das klare Nass.

Nächte im Heu, Nächte im satten Grün. Du und ich, eine Liebe verbunden durch Natur und Musik, durch Kunst und Krankheit. Mein Gewicht, eine Zahl die mich begleitete, eine Zahl die es unmöglich schienen ließ die Reise zu überleben, in Haut und Knochen gekleidet. Ein Schatten meiner Selbst, eine Hülle grau und kraftlos und dennoch so unendlich, so unfassbar stark und stur. Ein Kampf gegen mich selbst.

Rückblick: der Beginn des Achtgebens in Bezug auf meine Nahrung

Ich war noch ein Kind, gerade sechs Jahre alt geworden. Diagnose: Pilz im Magen, gefüttert und verbreitet durch den Konsum von Zucker, hieß es. Es begann: die erste Maßnahme auf meine Ernährung Acht zu geben, Verzicht zu üben. Der Pilz verschwand unter Kontrolle. Ich wurde älter, vergaß den Pilz und machte mir vorerst keine Gedanken mehr. Meine Zeit als Teenager verbrachte ich zwischen Chips und nur der nötigsten Bewegung.

Dann: mein erster Freund. Ärztesohn. Fassade eines Modells. Ein Urlaub auf Borkum mit seinen Eltern. Sein Vater warf mir dann auf der schönen Insel Borkum, zwischen Moor und Dünen, ungefragt an den Kopf, dass mich Übergewicht kleidete. Schlagartig hörte ich auf zu essen. Seine Worte wurden zu meiner Wahrheit, zu meiner Wahrnehmung. Zurück zu Hause begann meine erste Diät. Haferflocken, Honig und Obst am Morgen und Spargel zu Mittag.

Mit der Anmeldung im Fitnessstudio trat ich dann meine Reise in das Leben zwischen Kontrolle und der Angst vor dem Verlust dieser an. Zwischen Ernährung, der intensiven Auseinandersetzung damit und unachtsamem Training. Nach meinem Fachabitur und der Trennung des Ärztesohnes fand ich mich im Theater wieder, baute Bühnen, nahm die Assistenz einer Regie an, trieb weiter Sport und genoss die Zeit mit den Menschen an meiner Seite. Ich achtete auf meine Ernährung diesmal anders, intensiver. Fitnessmodels schlichen sich als Vorbilder in meine Gedankengänge. Dann verlor ich den Genuss und begann Essen in Mathematik umzuformen. Einmal die Woche entwickelte sich aus Mathematik Kontrollverlust und Unvernunft. Ein Tag, an dem ich es zuließ Zuckerbomben in mich hinein zu lassen. Cheatday. Ich baute eine Fassade auf, Ziegelsteine aufeinandergesetzt, aufgesetzt. Ich begann mir eine Maske zu kreieren, verklebt und verspachtelt, verzierte sie nur mit den schönsten Steinchen und Federn.

2016 : ein Jahr zwischen Theater und Bühnenbau, Sport und Missachtung meines Körpers, erste Untersuchungen

Mein Körper wurde schwächer, mein Blut verlor die Kontrolle und ich mitten drin. Erste Diagnose: Verdacht auf Knochenmarkkrebs. Da saß ich nun, in der Onkologie, bemitleidet von zwei älteren Herren, die der Krebs bereits eingenommen hatte.

Drei Monate späte: kein Krebs. Es begann eine Untersuchung nach der anderen, ein Krankenhaus nach dem nächsten, ein Arzt, der es besser wusste als der nächste und ich mitten drin. Ich flüchtete mich in die nächste Liebe und rutschte ab, rutschte tief und weit. Ich begann mich zu verlieren. Verlor mich in dieser Seele, in dieser Liebe und in Marihuana. Es begann eine Zeit des unaufhaltsamen Treibenlassend, eine Zeit in der ich mich halbierte und die Übelkeit unaushaltbar wurde. Ich zog mit ihm, dem freien und doch so klammernden Musiker in das Haus seiner Mutter. Wir lebten mit ihr unter einem Dach, mein Herz wurde schwer, meine Augen trüb und meine Lebensfreude verbarg sich unter einem grauen Schleier, der sich über das ganze Haus zu legen schien. Ich bemerkte es selbst nicht, hatte jedes Gefühl für das Außen verloren – und da war er, ein Spiegel , golden verziert, stehend in meinem kleinen Atelier, in den ich schaute und mich fragte wie das nur passieren konnte. Jeden Tag fiel ich mehr zusammen, wurde grauer und schwächer. Entzog mich jedem Kontakt, nur er, er durfte bei mir sein.

Die regelmäßigen Arzttermine seit meiner ersten Diagnose waren geprägt von Vermutungen, von Angst und Hoffnung. Es schlich sich das Gefühl ein, auf der Suche nach Licht zu sein, umhüllt und erfüllt von Dunkelheit. Ich gab die Arbeit im Theater auf und plötzlich fand ich mich auf dem Hof seiner Tante wieder. In den Morgenstunden suchte ich Halt bei den Hühnern, half mittags der Goldschmiedin bei der Arbeit und hörte mit Hazy, der kleinen Taube auf meiner Schulter Hörbücher. Ich verlor mich am Nachmittag in der Kunst, malte, erfüllt von Sonne und Farben.

Erst der Abend sollte dem Essen gehören. Bis dahin war wieder ein Tag vergangen, an dem eine ayurvedische Hafermilch bis zum Sonnenuntergang mein System zu versorgen versuchte. Ich verspürte keine Lust, keinen Hunger kein Gefühl, keinen Sinn. Abends ging es dann, plötzlich und viel.

Meine Familie wollte ich nicht sehen, Freunde nur selten. Trüb und bekifft, mager und grau, wollte ich niemandem begegnen. Ich sah mich genau so, eingefallen und grau, sah dass mein Umgang mit mir, meinem Körper und der Nahrungsaufnahme krank war, sah wie schlimm es um mich stand und hatte dennoch keinen Willen dies zu ändern. Trotzdem begann ich eine Ausstellung vorzubereiten, mit letzter Kraft malte und zeichnete ich. Alle waren eingeladen, alle waren da, alle waren schockiert mich so zu sehen. An diesem Tag verlor ich eine weitere Ladung an Kraft und fand mich am Abend beim Lagerfeuer wieder, rauchend, trinkend und wieder hungrig.

Das Wechseln von Arzt zu Arzt, von Untersuchung zu Untersuchung ging weiter. Eine Diagnose nach der anderen wurde in den Raum gestellt. 24 Stunden Urin, Körpertemperatur, Puls am Morgen. Stress, Herzrasen und Verlust meines Blutdrucks. Mein Überleben stand in Frage. Schafgarbe und Melisse sollten nun ein Weg zur Heilung sein. Der Anthroposophische Ansatz der Naturmedizin, ließ mich hoffen. In diesem Zustand realisierte ich  meine Reise gegen  die Vernunft und in die Mooslandschaften Schwedens.

Meine Rückkehr aus Schweden und das Leben danach.

30 Tage. Wanderungen Stunde um Stunde, das Waschen in den kalten Seen und das Sammeln von Holz ließen meinen Körper kämpfen. Ich kam zurück aus den Wälder. Ich versuchte zu leben. Weitere Untersuchungen begannen erneut, das Blut floss in die Röhrchen. Die Zeit bei ihm und seiner Mutter wurde unerträglich. Ich verlor Tag für Tag mehr von mir. Ich bröckelte ab, spürte den Verlust meines Seins, hörte das Rauschen meines Blutes und die Kälte.  Ich existierte bloß. Mein Atem flach. Die Zeit verging und mein Körper kämpfte jeden Tag, um mich am Leben zu halten.

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2018: Meine Mutter holte mich zurück zu sich

Da saß ich, schlief ich, lebte ich, bei meiner Mutter im Arbeitszimmer. Weisß nicht wie ich hier hingekommen bin. Meine neues, altes zu Hause. Die folgende Zeit wechselte ich von Couch zu Couch, von Mensch zu Mensch, von Wein zu Wein. Dann fuhr ich fort, einfach weg, zu meiner Cousine aufs Land, um meine Umgebung nicht weiter ertragen zu müssen, um mich abzugrenzen von diesem Mann. Ich trank mehr, rauchte mehr, aß mehr und verlor mich, rutschte tiefer. Ich reiste zurück, immer wieder mit dem Gefühl es mit letzter Kraft getan zu haben. Zurück in der Heimat folgte eine Ausleitung von Schadstoffen, basierend  auf der Vermutung, eine Bleivergiftung entdeckt zu haben. Eine Woche verging und mein Gewicht sank. Wieder ein Missbrauch meines Vertrauens in die Medizin.

Ich wurde 21: Wir waren getrennt, ich war frei und stand vor einer Entscheidung

Dann stand es im Raum: Klinik. Nein. Krank unter Kranke, um Heilung zu finden – in diesem Augenblick , für mich ein Gefühl, dass keine Alternative zuließ. Eine solche Entscheidung ist sehr individuell und mit Vorsicht und Acht anzugehen. Ich wollte lieber allein sein. Ich wollte mich kennen lernen. Wollte mich heilen. Dieser Weg schien für mich in diesem Moment, in meiner Situation richtig zu sein. Ich zog allein in eine kleine Wohnung am Wald, isolierte mich einige Monate und versank zwischen Wein, Malerei und Reflektion. Die Nächte gehörten der Heilung meiner Seele, zwischen Staffelei, Mondschein und dem gefüllten Weinglas.

 

In Behandlung des anthroposophischen Arztes trank ich tagsüber Kannen gefüllt mit Schafgarbe, neigte zum Überfluss und floss über. Während dieser Zeit verschwand mein Arzt und damit auch der anthroposophische Ansatz in den Ruhestand, also war ich gezwungen erneut zu wechseln. Voller Vertrauen suchte ich eine Ärztin auf, die ich aus meiner Jugend kannte. Auch hier unterzog ich mich vielen Untersuchungen. Die Diagnose jetzt: Toxische Leber. I Heilkräuter vergifteten mich, durch meinen unachtsamen Umgang, mein Körper war kraftloser denn je. Notaufnahme.

Dem Tode eine Hand anreichend alberte ich mit den Ärzten herum, denn egal was bis hierhin passiert war, mein Lachen hatte ich noch nicht verloren. Plötzlich geschah etwas: Iich realisierte den Ernst der Lage. Oft genug habe ich mir ausgemalt zu sterben, doch nun war ich diesem Gefühl, diesem Licht, dieser Dunkelheit so nah, dass mein Instinkt zu überleben reagierte. Mein Entschluss für mich, für mein Sein in dieser Welt, um Geschichte zu schreiben, Worte zu formen, zu formulieren und dessen Schönheit weiter zu geben stand fest. Ich suchte Hilfe. Bat um Grammangaben für meine Nahrung, denn jegliches Gefühl, jegliche Wahrnehmung einer normalen Menge war von Augenblick zu Augenblick in diesem Jahr verloren gegangen. Der Wein wandelte sich in Traubensaft, die Drogen in Lavendel. Haferflocken und Kartoffeln prägten nun die Tage, denn das Gift sollte so gezogen werden. Ich wog ab, ich begann Kontrolle zu gewinnen und verlor mich darin. Da war sie wieder, die Mathematik.

Die Heilung begann mit mir, in mir.

Die Leinwände, die mich auch durch dunkle Zeiten begleitet hatten, wurden bunt, von Licht erfüllt, die Zeichnungen von schwach zu intensiv. Die Tagebücher füllten sich mit Gedanken und Gefühlen, mit Reflexion. Die Nächte wurden kürzer und der Schlaf erholsamer, die Morgende erfüllt von Yoga und Tee.

Und dann kam der Tag, an dem ich den Mut aufbringen konnte an die vegane Schokoladenmanufaktur „Das Bernsteinzimmer“ zu schreiben,. Ein Traum, den ich mir erfüllen durfte. Ich begann, Pralinen herzustellen, Genuss und das Kreieren wiederzufinden. Heilung schlich sich ein und ich merkte, wie Gewicht und Visionen sich umarmten. Meine Werte normalisierten sich, mein Körper war erfüllt von Glück und Heilung. Ich spürte mich, spürte die Schönheit des Lebens, begann das Gefühl von Liebe zu mir und Geborgenheit neu zu entdecken und bemerkte wie Wünsche sich zu Visionen formten und Visionen zu Realität. Meine Realität.

Der Moment der Veränderung

Da stand ich, an der Bushaltestelle, ließ die Sonne meine Nase kitzeln und verspürte den Wunsch zu tanzen. Eine Woche später fand ich mich im Ballettsaal wieder und spürte erneut den Unsinn des Lebens. Ich begann zu schwimmen, begann zu genießen. Meine Wohnung eröffnete ich für Menschen, die ich wieder zu lieben lernte. Doch die Kontrolle durfte noch nicht schwinden. Sie war ein Teil von mir., irgendwie Sicherheit.

Es vergingen Momente des Entdeckens, des Lernens und Liebens, des Schreibens und des Austauschs. Eine Busfahrt, in Gedanken versunken und plötzlich war es so klar, so greifbar. Plötzlich wusste ich wohin, wusste welchen Weg ich einschlagen möchte und ich begann zu kämpfen. Eine Woche die sich wie eine Ewigkeit anfühlte, geprägt von Bewerbungen, Gesprächen und Belohnung. Ich war also Studentin, eingeschrieben und angenommen: Soziale Arbeit. Ich wusste nicht wohin mit all den Glücksgefühlen, die mich plötzlich einnahmen wie tausende Insekten, die es sich zur Aufgabe machten all meine verwelkten Blumen gleichzeitig zu bestäuben, um sie in allen Farben erblühen zu lassen.

Ein weiterer Wandel folgte, ein Umzug. Eine WG. Für mich und meine Krankheit bislang unvorstellbar. Menschen – Menschen, die mich beobachten, die mich auf mein Essverhalten und die ausgiebige Auseinandersetzung mit gesunden und zugleich veganen Lebensmitteln reduzieren könnten. Eine Herausforderung, die ich annehmen wollte, um selbst zu beobachten, um Normalität zu erfahren und die Mathematik in Genuss zu verwandeln. Es begann eine weitere intensive Zeit der Selbstreflexion, des Entdeckens. Eine Zeit des Zurücksteckens, eine Zeit in der Abgrenzung zur Kunst des Lebens wurde, eine Zeit erfüllt durch Magie, durch Schönheit und Momente, erfüllt von Liebe und grenzenloser Leichtigkeit. Die Zahlen wurden unwichtig, die Liebe zum Essen, zu Genuss und dazu Kreationen zu erschaffen, stieg ins Unermessliche. Die Kontrolle fand neue Fokussierung.

Quelle: Marie BöseQuelle: Marie Böse
Quelle: Marie Böse

Wir schreiben das Jahr 2020: in Dankbarkeit und grenzenlosem Glück

Ballett, Schwimmen und Yoga bleiben ein wunderbar heilsamer Teil meines Lebens. Mittlerweile arbeite ich neben meinem Studium als Bewegungspädagogin in der sozialen Arbeit, in einer heilpädagogischen Praxis. Ich stelle Schmuck her und arbeite an künstlerischen Werken, die in Wuppertal und Umgebung Raum für Verkauf gefunden haben. Mein Körper erholte sich nach und nach von all dem was ich ihm jahrelang angetan habe. Unverträglichkeiten, Angst vor der Liebe und hormonelle Dysbalancen gehören noch zu meinem Alltag, doch meine Selbstliebe, meine unendliche Dankbarkeit und die Schönheit des Lebens strahlen golden und warm über diese kleinen dunklen Rückstände.

Ich bin nach wie vor jeden Tag erfüllt von der Dankbarkeit darüber, was mein Körper geschafft hat. Ich finde mich nun hier in meiner wunderschönen Wohnung am Waldrand wieder, der beste Freund mein Mitbewohner, ein kleines Kätzchen im Garten die Sonne genießend. Sehnsüchtig wartend auf den Frühling und all die Kräuter und Blumen. Und dann kam der Mann, der mir zeigte was es bedeutet bedingungslos, erwartungslos und vollkommen frei Liebe zu spüren und die Angst für einige Augenblicke zu vergessen.

Wir leben um Erinnerungen zu schreiben,
sie zu formulieren und deren Schönheit weiterzugeben.

Quelle: Marie BöseQuelle: Marie Böse
Quelle: Marie Böse

 

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Die männliche Dunkelziffer

Quelle: privat

Aron Boks ist Autor und Poetry Slammer aus Berlin. In seinem Buch „Luft nach Unten. Wie ich mit meiner Magersucht zusammenkam und mit ihr lebte.“ (Schwarzkopf&Schwarzkopf, 2019) schreibt er über die verzerrte Sicht eines männlichen Essgestörten. Warum Essstörungen bei Jungs und jungen Männern so wenig thematisiert werden? Dafür hat er eine Erklärung.

Sobald das Wort Essstörungen in Unterhaltungen oder in gesellschaftspolitischen Debatten fällt, wird ein psychologischer Kinofilm abgespielt. Schnell werden Geschichten erzählt. Es wird daran gedacht, wie Betroffene „herausgekommen sind“, wie sie sich überhaupt erst von den utopischen Schönheitsidealen haben leiten lassen und sich zum Fasten getrieben haben.

Dazu findet sich nicht selten eine bewegende Vorher-Nachher-Geschichte, die Magersucht (eigentlich Anorexia Nervosa) und nicht etwa bulimisches Verhalten oder Binge-Eating Störungen mit einschließt. Schnell werden die Modeindustrie, das Idealisieren von Stars, der Schönheitswahn verantwortlich gemacht. Unterhaltung beendet.

Diese Erklärung ist zu einfach

Doch gegen die Einfachheit dieser immer wieder abgespulten Erklärung spricht zu vieles. Laurie Penny bezeichnete eine Essstörung in ihrem Buch „Fleischmarkt“ als einen „privaten, gewalttätigen Ausdruck des kulturellen Traumas“ und listete auf, dass es sicherlich kein Zufall sei , dass die Anzahl von klinisch eingewiesenen jungen Männern und Frauen seit 1999 um 80 Prozent gestiegen ist und in Europa eine von 100 Frauen und einer von 1.000 Männern betroffenen ist. Ähnliches belegen Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Die Gründe für die Geschlechtsunterschiede sind unverkennbar. Patriarchalische Strukturen tragen dazu bei, dass betroffene Jungen und Männer sich meistens „melden“, also körperliche Schäden aufweisen oder von ihrem Umfeld zur Intervention gezwungen werden, wenn ihre Essstörung schon kognitive und/oder organische Schäden verursachen konnte.

Den sozialen Druck, den Jungen und Männer zu Beginn einer Erkrankung fühlen, fasst Jack Urwin in „Boy’s don’t cry“ treffend zusammen: „Da Essstörungen so eng mit Frauen assoziiert sind, kann es Männern, die darunter leiden, peinlich sein, Hilfe zu suchen, es könnte als entmannend gelten.“ Die Dunkelziffer ist also vermutlich sehr hoch.

Das Spiel mit der Angst

Die Ängste von jungen Frauen und Männern nicht gut genug, schön genug, nicht genug zu sein, werden von kapitalistischen Werbestrategien ignoriert, oder sogar ausgenutzt. Das Gefühl des Hunger-habens, das Essen selbst, werden als schwach dargestellt. So werden Schnell-Mahlzeit-Shakes beworben, die im Stehen getrunken werden können. Es bleibt schließlich mehr vom Tag, wenn man Zeit bei den Mahlzeiten spart. Schlankheit und Askese werden gleichgesetzt mit Stärke und Erfolg.

Frauen wird eine Anfälligkeit in diesem Kontext zugesprochen, öffentlich jedoch mit der Begründung der Selbstbestimmung abgewehrt – bei Männern, als potenzielle Risikoträger, stellt sich diese Frage nicht.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die überbordernde Beschäftigung und Instrumentalisierung mit und von Ernährung pathologische Züge entwickelt. Dies geschieht damit, dass von Außen suggeriert wird, eine nicht vollständig pedantisch selbst kontrollierte und utopisch ayuverdische Ernährung wäre mit Verfall verbunden und Askese mit der intellektuellen und nachhaltigen „Szene“.

Faszination für Askese

Nicht die Askese, die Enthaltsamkeit, ist krankhaft, aber die ihr entgegengebrachte Faszination. Denn Askese hat, genau wie Völlerei, eine berauschende Wirkung, steht also in direktem Zusammenhang mit Emotionen und Wahrnehmung.

Essstörungen, auch Bulimia Nervosa und die Binge-Eating Störung, gehören den Emotionsregulationsstörungen an. Betroffene wollen sich, ähnlich wie Abhängige im Gebrauch von Drogen, mit den körperlichen Auswirkungen nach möglichst wenig beziehungsweise möglichst viel Nahrung von tief sitzenden psychischen Problemen entfernen, bewusst oder unbewusst.

Durch überholte Rollenbilder wird ein solches Verhalten bei einer Frau eher als abnormal und damit schnell als „magersüchtig“, bei einem Jungen zunächst als „Spinnerei“ oder „Abnormität“ gesehen. An Essstörung wird meist zu spät gedacht.

Doch die Debatte bezieht sich nicht auf eine Geschlechterungleichheit im Umgang mit Essstörung. Nein, dafür müsste es zunächst ein Fundament geben, dessen Grundstein nicht einmal gelegt worden ist. Die wirkliche Frage ist, wo gesellschaftspolitisch angesetzt werden muss, um den Kampf gegen Emotionsregulationsstörungen – speziell tödlichen psychischen Krankheiten, wie Essstörungen, konstruktiv beginnen zu können.

Kurz nach Veröffentlichung meines Buches „Luft nach Unten. Wie ich mit meiner Magersucht zusammenkam und mit ihr lebte.“ (Schwarzkopf&Schwarzkopf, 2019) fragte ein Großteil der interviewführenden Journalisten und Journalistinnen nach exakten Gewichtszahlen und dezimalzifferbestimmten Tiefpunkten meines Lebens. Eine größere deutsche Boulevardzeitung forderte ein Interview, das doch am besten mit einem Familienmitglied zu führen wäre. Das gewünschte Geschlecht dieses Familienmitglieds kann sich gedacht werden.

Die beschäftigt dieses Thema? Dann kannst du gleich hier deine Fragen loswerden.

Rolle der Medien

Klar, als erwachsener Mann frage ich lieber eine Familienangehörige, ob sie mich zu Interviews begleitet um nochmal genau zu erklären, wie das wirklich war. Als ich unter dieser Bedingung ablehnte, war das Interesse für einen themenspezifischen Artikel auf einmal verflogen. Der wahrscheinliche Grund dieses Anliegens stellt neben dem fast versessenen Interesse an konkreten Gewichtswerten und -maßen, auf entlarvende Weise die Mitschuld der Medienlandschaft (vor allem aber der Boulevard und Unterhaltungskultur) an der Ausbreitung von Essstörungen bei Frauen und Männern in der westlichen Welt dar.

Fernab von der Sinnlosigkeit der Idee,  die Schwere einer solchen Erkrankung von Zahlen abhängig zu machen. Ein bestimmtes Gewicht kann für eine bestimmte Körpergröße eines bestimmten Geschlechts mit einem bestimmten Ausmaß an Muskeln durchaus normalgewichtig sein, könnte für eine Person mit völlig anderen Körpereigenschaften wiederum anorektisch sein.

Außerdem stellt sich die Frage, was solche konkrete Zahlen bezwecken, außer Material für fett gedruckte Überschriften oder Zitatquellen zu liefern. Diese Form der Berichterstattung rückt den Fokus weg von einer Störung, die als solche weder Geschlecht noch Alter kennt und unerkannt bleibt und untergräbt damit alle wertvollen Reportagen, Interviews, Leitartikel, seriösen Filme, Dokumentationen und Zeitungsbeiträge über die psychische Krankheit.

Mechanismus ist nicht kompliziert

Essstörungen wirken gerade durch ihre Stigmatisierung für Nicht-Betroffene weit weg. Dabei ist der Mechanismus dahinter gar nicht so kompliziert. Im Fall von Anorexia Nervosa kann das Hungern wie eine, für Betroffene, scheinbar sichere Basis beschrieben werden. Als Fluchtpunkt, wenn das Negativdenken zu stark auf das Bewusstsein einschlägt, die Überforderung schon im vollen Gange ist. Natürlich ist das eine kurzfristige und schädliche Lösung. Aber das beschränkte Denken konzentriert sich lediglich auf den, durch den Körper signalisierten Notzustand – da bleibt keine Zeit für „andere Probleme“. Eben ganz ähnlich wie bei Drogenabhängigen: Das Suchtdenken ist lediglich darauf ausgerichtet, schnell den Rauschzustand herzustellen, alles andere scheint egal. Durch das Hungern (oder Drogennehmen) bewegen sich Betroffene auf der Stelle, geraten in einen Teufelskreis, um den herum sich die Probleme und negativen Gedanken tummeln, sich vermehren und immer stärker auftürmen, so dass es schließlich zum sogenannten Break-Down kommt.

Sie geraten in einen Teufelskreis.

Das ist immer noch schockend. Aber gerade dieser Vergleich, das tiefere Eingehen auf das, was wirklich hinter dem Suchtcharakter einer Essstörung steckt verdeutlicht, dass eine Essstörung ein unbedingt geschlechterübergreifendes Problem ist und vor allem keine exklusive „Abnormalität“, sondern eine Form der schädlichen Emotionsbewältigung darstellt.

Die Darstellung der Hintergrundmotive, eine Skizze des „Warum“ schafft eine Brücke, die den distanzierenden Schock zur Seite kehrt. Sonst wird das menschliche Gefühl der Betroffenheit und Ratlosigkeit kommerzialisiert und mit Effekthascherei stigmatisiert. Deswegen werden Erkrankte, die nicht perfekt in dieses Raster passen möglicherweise überhaupt nicht gesehen und Betroffenen werden von der breiten Masse nicht gefragt, da ja alles schon erzählt – und für sehr traurig befunden wurde.

Brauchen keine Mitleidskultur

Wir brauchen aber keine Mitleidskultur. Was wir wirklich brauchen, ist eine gesellschaftlich umfassende Sensibilisierung für eine psychische Erkrankung, die sich (während wir noch über das eventuelle Gewicht und die dünnen Beinchen einer/eines Betroffenen spekulieren) weiter getarnt ausbreiten kann. Dabei vergessen wir die sinnvollste, wenn auch nicht ganz so abgefahrene, Maßnahme – nämlich Prävention, die schon bei einer geschärfteren emphatischen Wahrnehmung anfangen kann. Ohne Therapieausbildung oder schlimmer noch: Aufwand.

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Essstörung: Bin ich krank genug?

Krank genug? Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist diese Frage eigentlich totaler Quatsch. Wieso muss man „krank genug“ sein, um Hilfe zu bekommen? Wo soll krank genug denn anfangen? Mich hat dieses „nicht krank genug“ sehr lange vom Gesundwerden abgehalten. Erst als ich verstanden habe, dass es „krank genug“ nicht gibt, konnte ich mich wirklich auf die Reise machen. Aber fangen wir vorne an …

Du siehst gar nicht essgestört aus

Ich habe mich immerzu mit anderen verglichen, die auch eine Essstörung haben. Für mich waren alle anderen aus irgendeinem Grund immer kränker als ich selbst. Für mich sahen sie dünner, blasser, bemitleidenswerter aus. Daraus schloss ich, dass ich selbst gar nicht essgestört bin. Gleichzeitig bin ich auch sehr oft mit Vorurteilen in Kontakt gekommen. Besonders der Satz: „Du siehst aber gar nicht essgestört aus“, ist ein ganz typisches Beispiel. Denn das, was Menschen, die überhaupt keine Erfahrung mit Essstörungen denken, ist: Essgestörte sind abgemagert bis auf die Knochen. Dass sie damit bei allen ein Riesendilemma auslösen können, wissen sie meist nicht. Aber das ist etwas anderes… Ich könnte hier vermutlich eine ewig lange Liste aus solchen Vorurteilen machen. Aber viel wichtiger ist das hier: Dein Gewicht ist KEIN Indikator dafür, wie krank du ist!

Nicht immer hilfreich: Diagnosekriterien für Essstörungen

Anorexie, Bulimie, Binge Eating usw. sind alles Essstörungen, die zu den psychischen Erkrankungen zählen. Nun ist es so, dass allen Essstörungen sogenannte Diagnosekriterien zugeordnet werden. Oft aber erfüllen Betroffene nicht den gesamten Katalog und fühlen sich deshalb nicht „krank genug“. Denn viele Menschen mit Essstörungen setzten sich mit diesen Kriterien sehr genau auseinander und streben dann sogar danach, alle zu erfüllen. Das kann den Zustand dann sogar verschlechtern. Aber Diagnosen sind nicht dazu da, euch einen Stempel auf die Stirn zu drücken, euch in einen inner circle zu holen oder euch „krank genug“ zu attestieren. Sie sollen lediglich die Kommunikation unter Ärzten und Krankenkassen erleichtern, damit ihr die richtige Behandlung bekommt!

Kann eine Essstörung wirklich atypisch sein?

Atypische Essstörungen sind eigentlich nichts anderes als Anorexie, Bulimie oder Binge Eating. Der einzige Unterschied ist der, dass einzelne der eben erwähnten Diagnosekriterien nicht erfüllt werden.

Wenn du also Essanfälle hast und dich danach erbrichst, das aber nicht so häufig tust, wie in den Diagnosekriterien beschrieben, dann würdest du die Diagnose „atypische Bulimie“ erhalten. Bei Magersucht wäre es der beispielsweise der Fall, wenn dein BMI höher wäre, als der Grenzwert.

Ihr seht, es sind Abweichungen von einem standardisierten Katalog, der niemals auf jeden zutreffen kann, denn Essstörungen sind so individuell wie wir Menschen eben. Dennoch hat mir das lange das Gefühl gegeben haben, nicht krank genug zu sein. Und das ist gefährlich. Denn so habe ich selbst den Genesungsprozess verzögert und viele Folgekrankheiten riskiert. Aber dazu später mehr.

Hast du das Gefühl, dringend mit jemandem reden zu müssen? Dann mach das doch gleich hier!

Die Risiken werden oft unterschätzt!

Abgesehen von der Anorexia nervosa ist eigentlich keine Essstörung nach außen sichtbar. Natürlich gibt es den ein oder anderen Aspekt, der auch nach außen auffallen kann, wie Haarausfall oder schlechte Zähne. Aber viele Schäden entstehen unter der Oberfläche – egal wie hoch oder niedrig der BMI ist, wie häufig jemand erbricht oder wie häufig die Essanfälle sind. Kein Mensch kann sehen, wie sehr dein Körper wirklich unter der schlechten Nahrungsversorgung leidet. Jeder von uns ist individuell und genauso sind es unsere Körper. Was ich damit sagen möchte: Nicht jeder Körper hält das Gleiche aus. Manch ein Körper ist belastbarer, andere weniger. Weder du, noch deine Eltern, noch deine Ärzte, geschweige denn irgendwelche Diagnosekriterien können voraussagen, wie dein Körper in zwei, fünf oder zehn Jahren auf eine zurückliegende Krankheit reagiert.

Mir passiert das ja eh nicht!

„Mir passiert das ja eh nicht!“, – das habe ich auch lange gedacht und ich glaube es gibt kaum jemanden, der nicht auch so denkt (oder zumindest schon mal so gedacht hat). Im letzten Jahr wurde ich dann allerdings ein wenig überrascht, als mein Arzt mir mitteilte, dass meine Knochendichte zu niedrig sei. Eine typische Folge von Magersucht. Und das ausgerechnet bei mir. „So krank“ war ich doch nie – oder vielleicht doch?

Ich kenne einige Betroffene, die unter körperlichen Folgen der Essstörung leiden, auch wenn sie nur kurz erkrankt waren und in vielen Fällen nicht die vollständigen Diagnosekriterien erfüllt haben.

Hilfe holen, aber wann, wie und bei wem?

Quelle: Bild von Gerd Altmann auf PixabayQuelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Das richtige Hilfsangebot für sich zu finden, ist nicht immer einfach.

Ich kann dir nur raten: Wenn du auch nur im Ansatz das Gefühl hast, dass du kein „normales“ Verhältnis mehr zum Essen hast oder du bei einer Freundin oder einem Freund so etwas bemerkst, dann sprich darüber! Es spielt keine Rolle wie lange du schon darunter leidest. In dem Moment, in dem du das Gefühl hast, dass etwas nicht mehr stimmt, wird dir geholfen. So etwas wie krank genug GIBT ES NICHT! Wir alle haben ein Recht darauf, uns Unterstützung zu holen. Du musst nicht gleich den großen Schritt gehen und mit deinen Eltern oder einem Arzt darüber sprechen. Du kannst auch kleiner anfangen und mit einer Freundin oder einem Vertrauenslehrer an deiner Schule sprechen.

Darüber hinaus gibt es auch online Möglichkeiten, anonym mit Menschen zu schreiben oder zu sprechen. Für mich war es damals eine riesige Unterstützung, dass ich jemanden hatte, mit dem ich ganz unverbindlich schreiben konnte, der für mich da war und vor dem ich nichts verstecken musste.

Frag dich am besten immer, was du deiner besten Freundin oder deinem besten Freund raten würdest, wenn es ihr/ihm nicht gut gehen würde. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass der erste Schritt meistens der schwerste ist, aber auch der, der dich auf den richtigen Weg führt!

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Quelle: Bild von Lars_Nissen_Photoart auf Pixabay

Selbstverletzung - Wenn körperlicher Schmerz den seelischen erträglich macht

Lisa, 25

Kennst du das, wenn du so wütend oder traurig bist, dass du nicht mehr weißt was du tun sollst? Du willst schreien, aber es kommt kein Ton. Du willst weinen, aber es kommt keine Träne?
Und irgendwann haben sich so viele Gefühle in dir angestaut, dass du die Welt um dich herum wie durch einen Nebel wahrnimmst. Um dies alles irgendwie auszuhalten, verletzt du dich dann selbst und merkst, wie der Druck in dir abnimmt. Damit bist du nicht allein.
Zwischen 25 und 35 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland haben sich mindestens einmal in ihrem Leben absichtlich selbst verletzt – manche sogar regelmäßig.
Ich war eine von ihnen und das ist meine Geschichte.

Heute habe ich das Wort *Hass* in meinen Oberschenkel geritzt. Ich wollte, dass mein Körper genauso leidet wie ich es tue. (Tagebucheintrag, 2008)

Das erste Mal kam ich mit zwölf Jahren mit dem Thema Selbstverletzung in Berührung. Ich war mit zwei Mädchen in der Klasse, die damit prahlten, dass sie sich selbst Schnitte zugefügt hätten. Sie präsentierten in der Klasse ihre Wunden und gaben damit an, wie cool das sei. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir: „Wie blöd sind die beiden denn? Das tut doch weh!" Ich dachte, die beiden taten das nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen und um im Mittelpunkt zu stehen.
Nur ein paar Monate später fügte auch ich mir selbst Schmerzen zu, weil ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste .

SCHMERZEN ALS SELBSTBESTRAFUNG

Die Selbstverletzung diente mir zuerst als Selbstbestrafung für jegliche Nahrungsaufnahme, denn ich war zu Beginn der Pubertät magersüchtig geworden. Mir wurde mit Klinikaufenthalten und Zwangsernährung gedroht, wenn ich denn nicht endlich essen würde. Aus Angst, dass meine Eltern ihre Drohung wahr machen würden, aß ich wieder. Aber nicht einfach so: Ich hasste mich für meine „Undiszipliniertheit" und „Schwäche" und begann, mich für jeden Bissen zu bestrafen. Ich verletzte mich selbst, um den Druck, Essen zu müssen und „dick zu werden", aushalten zu können.

Gründe für selbstverletzendes Verhalten

Selbstverletzung tritt häufig als Begleitsymptom einer psychischen Erkrankung auf. Hierzu zählen: Depressionen; Ess-, Zwangs- oder Angststörungen; Borderline-Persönlichkeitsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung.

Es kann aber auch sein, dass du dich selbst oder ein Freund/eine Freundin sich aufgrund mangelnden Selbstwertgefühls selbst verletzt.

Ohne es zu bemerken, weitete ich meine Bestrafungen aus. Immer wenn ich wütend auf mich selbst war, weil etwas nicht so funktionierte wie ich es mir vorgestellt hatte, musste ich mir Schmerzen zufügen, um den inneren Druck, aushalten zu können. In diesen Momenten fühlte ich mich wie berauscht. Ich konnte nicht mehr klar denken und war abwesend. Nur der Schmerz holte mich zurück ins Hier und Jetzt und ließ mich fühlen, dass ich noch am Leben war. Die Selbstverletzung war zu einem Ventil für sehr starke Emotionen geworden, die ich nicht ausdrücken, aber auch nicht für mich behalten konnte. Ich hatte das Gefühl, sie schnüren mir sonst die Luft ab.

Viel zu hohe Ansprüche setzten mich unter enormen Druck

Beispielsweise war ich wütend auf mich selbst, da ich in der Schule bei einer Stegreifaufgabe nur eine Zwei bekommen hatte, obwohl mein Anspruch an mich selbst war, eine Eins zu schreiben. Ich kam von der Schule nach Hause und schloss mich ins Badezimmer ein… Danach fühlte ich mich erleichtert. Die Wut auf mich selbst, war dem Schmerz gewichen und somit erträglich geworden. Irgendwann kompensierte ich alle möglichen Gefühle, mit denen ich nicht umzugehen wusste. Ich begann, mich in der Schule zu verletzen, weil ich Angst hatte den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Im Sportunterricht wurde zum Beispiel Seilspringen benotet. Aus lauter Angst keine Eins zu bekommen, schlich ich mich aus der Turnhalle in die Umkleide und reduzierte diese Angst, indem ich mir Schmerzen zufügte.

Ohne bewusst wahrzunehmen, war ich in einem Teufelskreis gefangen: Immer häufiger benötigte ich den Schmerz, um meine Gefühle auszuhalten. Und irgendwann wurden meine Verletzungen trotz Armstulpen, langer Kleidung beim Sport oder im Sommer doch entdeckt. Meine Eltern brachten mich daraufhin zu einer ambulanten Psychotherapie. Mein langer Genesungsweg begann.

Ich die Verrückte

Meine Eltern setzten Himmel und Hölle in Bewegung, um mir zu helfen. Nur leider wusste es dann bald das komplette Dorf. Und natürlich wurde über mich – „ die Verrückte, die sich selbst verletzt, die ständig traurig ist und hungert" – geredet. Beim Einkaufen wurde ich von der Kassiererin angestarrt wie eine Verbrecherin. Die Eltern einer Freundin verboten ihr den Kontakt zu mir, da ich ein schlechter Umgang für ihre Tochter sei. Es war sehr schlimm für mich, wie eine Aussätzige behandelt zu werden, was meine Genesung nicht gerade positiv beeinflusste.

DER WEG AUS DER SELBSTVERLETZUNG

Entscheide dich: selbstverletzungQuelle: Bild von Johannes Plenio auf PixabayQuelle: Bild von Johannes Plenio auf Pixabay
Quelle: Bild von Johannes Plenio auf Pixabay
Langsam kam wieder Licht in mein Leben.

Durch die langen Klinikaufenthalte erreichte ich damals das Klassenziel nicht und musste die neunte Klasse wiederholen. Zuerst war ich wütend: ein Jahr später Abschluss machen, meine Klassenkameraden verlieren und in meinen Augen das Ziel, eine gute Schülerin zu sein, nicht geschafft zu haben. Aber hinterher kann ich sagen, dass mich dies auf meinem Heilungsweg unterstützt hat.

Ich wurde sofort in die neue Klassengemeinschaft integriert und fand wunderbare neue Freundinnen, mit denen ich über alles reden konnte und mich verstanden fühlte. Es war wie ein Neustart. Ich verkroch mich nicht mehr länger in meinem Zimmer, sondern traf mich fast täglich mit meinen neuen Freundinnen. Wir veranstalteten Pyjama-Partys, machten gemeinsam Sport, kochten zusammen und konnten einander alles anvertrauen. Auch das Verstecken der Narben, konnte ich damit ablegen, da ich gemerkt habe, dass mich die Menschen um mich herum so akzeptierten und liebten wie ich war. Ich zog also im Sommer T-Shirts an und stand zu meinen Narben und meiner Geschichte. Die Momente, in denen es mir schlecht ging, wurden immer weniger und somit auch das Selbstverletzen.

Im Alter von 18 Jahren verletzte ich mich das letzte Mal. Ich hatte erst kurz meinen Führerschein und konnte das Berganfahren noch nicht so gut. Die Folge war, dass ich zurückrollte und dabei das hinter mir wartende Auto beschädigte. Ich fühlte mich dumm, unfähig ein Auto zu fahren, schlecht weil meine Eltern meinetwegen mehr Versicherung bezahlen mussten. Es waren so viele Gefühle in mir und die innere Anspannung war so groß, dass ich keinen anderen Ausweg mehr wusste, als mir weh zu tun.
Seitdem habe ich natürlich immer wieder Situationen erlebt, die mich gefühlt innerlich fast zerrissen haben, doch ich hatte Alternativen gefunden, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ohne mir Schmerzen zuzufügen.

MEINE PERSÖNLICHEN ALTERNATIVEN ZUR SELBSTVERLETZUNG

In Akutsituationen half es mir, einen Igelball über die Unterarme zu rollen, ein Gummiband am Handgelenk schnalzen zu lassen oder einen Eisbeutel auf die nackten Unterarme zu legen. Langfristig gesehen haben mir in dieser schweren Zeit die Gespräche mit Jugendlichen, denen es genauso ging wie mir, geholfen. Ich fühlte mich verstanden und nicht mehr allein mit dem Chaos in meinem Kopf und den Gefühlen. Auch entdeckte ich das Schreiben für mich. Ich schrieb Tagebuch, düstere Geschichten und Gedichte um meinen Gefühlen Raum zu geben. Die Musikrichtung Heavy Metal drückte mit dem Screaming und Shouting das aus, was ich eigentlich gerne rausschreien wollte, aber nicht konnte. Und beim Sport brachte ich mich an meine körperlichen Grenzen, um meinen Körper zu spüren.

WAS IM NOTFALL HELFEN KANN

In den Kliniken bekam ich sogenannte Skills an die Hand, um meine Emotionen zu regulieren. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass Skills bei jedem Menschen unterschiedlich wirken und auch je nach Situation ist die Wirkung der Methoden eine andere, da auch die innere Anspannung eine andere ist.

Wenn es dir auch so geht, kannst du einfach einmal ein paar der nun folgenden Methoden in einer neutralen Situation ausprobieren. Du kannst dir anschließend auch eine sogenannte Skill-Kette erstellen. Das heißt, du unterteilst deine Skills in ihrer Wirkungsweise. Bei leichter Anspannung wählst du einen leichten Reiz und wenn dieser nicht ausreicht, probierst du eine neue Methode.

Handlungsbezogene Skills: Was kann ich tun?
• laut schreien
• singen
• Gummiband am Handgelenk schnalzen
• Musik hören
• jemanden besuchen, anrufen
• Hausarbeit (Putzen, Bügeln etc.)
• Igelball auf den Unterarmen rollen
• Eiswürfel lutschen
• Kühlbeutel auf die Unterarme legen
• wenn du kannst – weinen

Gedankenbezogene Skills: Wie kann ich meine Gedanken ändern?
• Kreuzworträtsel / Sudoku
• Zauberwürfel lösen
• Film anschauen
• Buch lesen
Sinnesbezogene Skills: Welcher Sinnesreiz hilft?

• Zitronensaft pur trinken
• Chili kauen
• Brausetablette im Mund zergehen lassen

HEUTE - BIN ICH GEHEILT?

Heute brauche ich das Selbstverletzen nicht mehr, um mit starken Emotionen umzugehen. Es war ein fünf Jahre langer Weg, um herauszufinden, wie ich meine Gefühle ausdrücken kann, ohne mir dabei selbst zu schaden. Auch heute höre ich gerne noch Heavy Metal oder powere mich beim High Intensity Intervall Training aus. Ich habe ein Ventil für starke Gefühle gefunden.
Es gibt kein Patentrezept gegen selbstverletzendes Verhalten. Mir haben ein Zusammenspiel aus vielen Gesprächen mit Betroffenen und Freunden, Psychotherapie, Lesen, Schreiben, Musik, Sport und Zeit geholfen.

Ich hoffe du konntest dir für dich selbst oder jemanden den du kennst aus meiner Geschichte etwas mitnehmen. Und denke daran, du bist mit deinen Gefühlen nicht alleine und dir kann geholfen werden. Sich Hilfe zu suchen ist auch kein Zeichen von Schwäche. Denn du bringst den Mut und die Kraft auf, an der jetzigen Situation etwas zu ändern – das ist wahre Stärke!

WO FINDE ICH HILFE - ANLAUFSTELLEN FÜR BETROFFENE

Schreibe mit einem Peerbearater
Finde hier die passende Unterstützung für dich
• vertraue dich Freunden oder Familienmitgliedern an – du kannst ihnen auch einen Brief schreiben, wenn dir das leichter fällt
• Nummer gegen Kummer 116111
• Schulpsychologe, Schulsozialarbeiter
• Hier findest du weitere Anlaufstellen zu Hilfsangeboten, Erfahrungsberichte

Meine Buchempfehlungen
• Rote Linien. Ritzen bis aufs Blut, Brigitte Blobel
• Schmerzverliebt, Kristina Dunker
• Dann bin ich seelenruhig: Mein Leben als Ritzerin, Angela S. und Kerstin Dombrowski
• Cut: Bericht einer Selbstverletzung, Patricia McCormick
• Schnittstellen: Warum ich mich immer wieder selbst verletzen musste, Anja Abens, Meike Abens

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Hast du dich schon einmal selbst verletzt?

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Angsstörungen: Die Panik loswerden

Beitrag aus der Redaktion

@in_cogito.de
Angst kennt jeder. Und Angst ist ein wichtiges Gefühl. Nämlich immer dann, wenn wir uns in tatsächlicher Gefahr befinden. Zum Beispiel wenn ein Feuer ausbricht. Was wir dann tun, rettet uns: Schnell wegrennen, uns in Sicherheit bringen.
Bei manchen Menschen wird die Angst aber auch durch Situationen hervorgerufen, die eigentlich ungefährlich sind oder die Angst nimmt ein übersteigertes Ausmaß an. Dann spricht man von einer Angststörung. Unter diese Kategorie fallen die Soziale Phobie, die Panikstörung und die Generalisierte Angststörung. Angststörungen zählen neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

Symptome für eine Angststörung

Wie gesagt, hat jeder Mensch immer wieder Angst oder ist in bestimmten Situationen sehr aufgeregt: Wenn ein Vortrag ansteht, eine lange Reise oder auch eine große Feier. Es ist völlig okay und normal vor großen Ereignissen und neuen Erfahrungen aufgeregt zu sein oder auch mal schlecht zu schlafen in der Nacht davor. Der Knackpunkt ist, die Situation trotzdem anzugehen und sie nicht zu vermeiden.

Kennst du Panikattacken und plötzliche Angst? Hier kannst du dich an uns wenden.
Eine Angststörung löst viel stärkere Reaktionen aus als „nur“ aufgeregt zu sein. Typische Symptome von Angststörungen sind starkes Herzklopfen, Schwächegefühl, Gefühl von Kontrollverlust, Schweißausbrüche oder das Gefühl verrückt zu werden. Wer unter einer Angststörung leidet, meidet die ihm angsteinflößende Situationen häufig und führt deshalb je nach Stärke der Störung ein Leben voller Einschränkungen – ohne dass eine tatsächliche Gefahr besteht.

Quelle: Alexas Fotos/PixabayQuelle: Alexas Fotos/Pixabay
Quelle: Alexas Fotos/Pixabay
Mehr als Lampenfieber: Das Gefühl, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, löst bei manchen Menschen Panik aus.

Soziale Phobie

Die Soziale Phobie ist eine extreme Form von Sozialen Ängsten. Menschen mit einer Sozialphobie haben große Angst davor, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Zum Beispiel vor anderen zu sprechen, in einem Restaurant zu essen oder in einem Geschäft einen gekauften Artikel zu reklamieren. Sie fürchten sich davor, sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten. Kritik beziehen sie auf die eigene Person und fühlen sich dann vom Gegenüber stark angegriffen, was wiederum zu großen Selbstzweifeln führt. Menschen mit solch sozialen Ängsten leiden in einer Situation zum Beispiel unter Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Erröten oder Zittern oder haben sogar Angst sich übergeben zu müssen. Die angsteinflößende Situation – also beispielsweise der Vortrag – löst im Betroffenen dann ähnliche körperliche und kognitive Reaktionen aus wie die schutzlose Begegnung mit einem Säbelzahntiger. Deshalb versuchen die meisten Betroffenen, diese Situationen zu vermeiden. Was folgt sind oft soziale Isolation oder auch große Einschränkungen in Schule und Beruf.
Eine Soziale Phobie ist nicht dasselbe wie Schüchternheit, die in einem gewissen Ausmaß ein völlig normaler Wesenszug einer Person sein kann. Jedoch kann eine extreme Schüchternheit in eine Sozialphobie übergehen oder zur Entstehung einer Angststörung beitragen.

Bist du sehr schüchtern? Oder selbstsicher? Kannst du zu dir stehen? Mach den Test!

Panikstörung

Das wesentliche Kennzeichen der Panikstörung sind wiederkehrende Panikattacken, die nicht auf spezifische Situationen beschränkt sind und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Symptome einer Panikattacke sind unter anderem plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerzen, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle. Bei manchen Menschen gehen die Symptome soweit, dass sie Angst haben, dabei zu sterben.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine verzögerte psychische Reaktion auf ein sehr belastendes Ereignis. So ein Ereignis – auch Trauma – kann einmalig sein oder aber über einen längeren Zeitraum andauern. Traumata sind so außergewöhnlich, dass die normalen, uns zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien nicht ausreichen. Betroffene erleben Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust. Ausgelöst werden kann eine Posttraumatische Belastungsstörung zum Beispiel durch das Erleben von körperlicher und psychischer Gewalt, Krieg, Unfällen oder Naturkatastrophen.

Wer unter einer PTBS leidet, erlebt unter anderem diese Symptome: Wiedererleben des Traumas durch Flashbacks und Albträume, Vermeidung möglicher Auslöser, Teilnahmslosigkeit, Erinnerungslücken, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhte Wachsamkeit. Eine PTBS führt bei manchen Betroffenen zu weiteren Beschwerden wie Essstörungen, Depressionen, Medikamentenmissbrauch oder Persönlichkeitsstörungen.

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Quelle: Free Photos/Pixabay

Komorbide Störungen: Depression und Co.

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Leider kommen Essstörungen nur selten alleine vor. Betroffene leiden zusätzlich häufig an weiteren psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen – sogenannten Komorbiditäten. Eine komorbide Störung ist demnach eine psychische Erkrankung, die neben einer anderen psychischen Grunderkrankung vorhanden ist. Auf einen Patienten treffen dann mehrere Diagnosen zu. Diese Komorbiditäten müssen in der Therapie berücksichtigt werden, da sie meist den Behandlungsplan maßgeblich beeinflussen.

Depressionen

Depressionen sind eine sehr häufige Begleiterkrankung bei Menschen mit Essstörung. Eine Depression ist gekennzeichnet durch Phasen von anhaltend gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und Interessenverlust. Zudem treten häufig Symptome wie Schlafprobleme, Appetitstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und verringerter Selbstwert auf. Viele Betroffene haben zudem Suizidgedanken.

Borderline Persönlichkeitsstörung

Die Borderlinestörung zählt zu den emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen. Auch sie kommen oft bei Menschen mit Essstörungen vor. Hat man eine Borderline Persönlichkeitsstörung ist es besonders schwer, stabile Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu halten. Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung sind sehr impulsiv, haben extreme Stimmungsschwankungen und kein stabiles Selbstbild. Sie sind geplagt von der Angst von ihnen wichtigen Menschen verlassen zu werden und versuchen alles ihnen Mögliche, um das zu verhindern (Klammerverhalten). Dieses extreme Verhalten führt oftmals genau zu Gegenteiligen – die andere Person wendet sich ab. Zudem leiden sie an einem chronischen Gefühl der inneren Leere. Auch selbstverletzendes Verhalten ist ein Problem, das häufig bei Menschen mit einer Borderlinestörung auftritt.
Du kennst jemanden, auf denen diese Beschreibung zutriffst? Du erkennst dich selbst wieder? Hier kannst du dich an uns wenden.

Bipolare Störung

Auch Bipolare Störungen treten bei Essstörungspatienten häufig zusätzlich auf. Bei Bipolaren Störungen wechseln sich manische und depressive Phasen ab. In manischen Phasen ist man extrem erregt oder gereizt, überaktiv und sehr risikofreudig. Das Denken, Sprechen und Handeln ist beschleunigt, viele Betroffene berichten von Größenideen und fühlen sich maximal selbstbewusst. Auf eine manische Phase folgen mehr oder weniger stark ausgeprägte Depressionen. Diese beiden extremen emotionalen Phasen können direkt hintereinander folgen oder auch mit vielen Jahren dazwischen auftreten. Menschen mit einer manisch-depressiven Erkrankung wissen oftmals nichts davon und finden deshalb keine passende Behandlung.

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Quelle: Ola Mur/PixabayQuelle: Ola Mur/Pixabay
Quelle: Ola Mur/Pixabay
Typische Symptome von Angststörungen sind starkes Herzklopfen, Schwächegefühl, Gefühl von Kontrollverlust, Schweißausbrüche oder das Gefühl verrückt zu werden.

Angststörungen

Viele Essstörungspatienten haben eine Angststörung. Typische Symptome von Angststörungen sind starkes Herzklopfen, Schwächegefühl, Gefühl von Kontrollverlust, Schweißausbrüche oder das Gefühl verrückt zu werden. Wer unter einer Angststörung leidet, meidet die ihm angsteinflößende Situationen und führt deshalb je nach Stärke der Störung ein Leben voller Einschränkungen – ohne dass eine tatsächliche Gefahr besteht. Vor allem die Soziale Phobie ist unter Menschen mit Essstörung weit verbreitet. Betroffene haben dann ein sehr hohes Schamempfinden und fürchten sich davor im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine verzögerte psychische Reaktion auf ein sehr belastendes Ereignis. So ein Ereignis – auch Trauma – kann einmalig sein oder aber über einen längeren Zeitraum andauern. Traumata sind so außergewöhnlich, dass die normalen, uns zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien nicht ausreichen. Betroffene erleben Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust. Ausgelöst werden kann eine Posttraumatische Belastungsstörung zum Beispiel durch das Erleben von körperlicher und psychischer Gewalt, Krieg, Unfällen oder Naturkatastrophen.

Wer unter einer PTBS leidet, erlebt unter anderem diese Symptome: Wiedererleben des Traumas durch Flashbacks und Albträume, Vermeidung möglicher Auslöser, Teilnahmslosigkeit, Erinnerungslücken, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhte Wachsamkeit. Eine PTBS führt bei manchen Betroffenen zu weiteren Beschwerden wie Essstörungen, Depressionen, Medikamentenmissbrauch oder Persönlichkeitsstörungen.

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