Game-Changer Selbsthilfe

Beitrag aus der Redaktion

@in_cogito.de

Nora war lange depressiv und in Therapie. Für sie war der Besuch einer Selbsthilfegruppe ein echter Game-Changer und deswegen macht sie sich jetzt für das Thema stark. Mit InCogito hat sie über darüber gesprochen, was man durch eine Selbsthilfegruppe lernt und in einer Therapie vielleicht nie.

 

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InCogito: Nora, du bist seit vielen Jahren in der Selbsthilfe aktiv. Unter dem Begriff stellen sich viele Menschen oft Stuhlkreise in angestaubten Kellerräumen vor. Wie würdest du Selbsthilfe für dich definieren? 

Nora Fieling: Selbsthilfegruppe bedeutet für mich, dass ich einen Raum habe, wo ich sein darf wie ich bin – auch eben ängstlich oder depressiv. Während ich in der Therapie Therapieziele formuliert habe und in meinem privaten und beruflichen Alltag immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert bin, die ich bewerkstelligen möchte, kann ich in der Selbsthilfegruppe einfach mal so sein, wie ich gerade bin. Ohne etwas leisten zu müssen. Als ich damals noch in einer Selbsthilfegruppe zum Thema Depression und Ängste war, fand ich das enorm hilfreich, auch einfach mal da sein zu dürfen, ohne etwas sagen oder machen zu müssen.

In meiner jetzigen Selbsthilfegruppe – eine Gruppe zum Thema emotionale und körperliche Gewalt in der Kindheit und Kontaktabbruch zu den Eltern, sitzen wir auch in einem Stuhlkreis. Allerdings in einem freundlichen Gruppenraum in der zweiten Etage in der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe in Berlin Pankow. Wir sind eine klassische Gesprächsgruppe. Durch meine Arbeit, wenn ich manchmal Gruppen in der Gründung begleite, weiß ich aber auch, dass es vielfältige kreative Methoden gibt, um so eine Runde etwas anders zu gestalten. Selbsthilfe ist so so so viel vielfältiger als es vor allem in Filmen und Serien dargestellt wird.

 Wie kommt es, dass du dich auf Instagram so stark für das Thema Selbsthilfe einsetzt?

Selbsthilfe ist ja ein ganz weites Feld und so viel mehr als „nur“ Selbsthilfegruppen. Vieles von dem, was ich jetzt weiß, hätte ich gerne schon als Teenager oder zumindest am Anfang meiner Therapie erfahren. Und vieles von dem stelle ich online vor – Dinge aus dem Bereich der Psychoedukation aber eben auch viel Richtung Selbsthilfe-Methoden.

Wir können als einzelne Personen schon einiges machen – nicht nur, wenn wir bereits erkrankt sind, sondern auch präventiv. Und ich bin überzeugt davon, dass Psychotherapie bzw. ärztliche Behandlung als auch individuelle Selbsthilfe-Strategien super ergänzen. „Individuell“ ist mir hierbei besonders wichtig – denn wir dürfen auch im Selbsthilfe-Bereich nichts pauschalisieren. Auch hier ist es ganz normal, dass nicht alles allen hilft, sondern die Selbsthilfe-Methode so individuell ist, wie der einzelne Mensch selbst.

Auf deinem Instagram-Kanal @nora_fieling sprichst du häufig über Stigmatisierung und Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen, im speziellen von Depression.  Welches Ziel verfolgst du damit?

Auf meinem Account spreche ich über die Symptome bzw. Erkrankungen mit denen ich Erfahrungen habe – allen voran Depression und Angststörung. Nur, wenn wir auch als Betroffene offen(er) darüber sprechen, können wir mit zur Enttabuisierung und Entstigmatisierung beitragen.

So oft heißt es, dass die Gesellschaft „schuld“ sei oder die Gesellschaft sich ändern muss. Natürlich bestehen in dem Bereich gesellschaftliche Probleme und noch viel Aufklärungsbedarf. Wir alle, jede einzelne Person von uns, sind aber Teil der Gesellschaft und können mit darauf einwirken. Auf ganz unterschiedlichen Ebenen – nicht jeder Mensch muss so einen offenen Blog wie ich betreiben. Aber sich informieren, auf sein nächstes Umfeld einwirken und mit der Entstigmatisierung (Selbststigmatisierung) können wir bei uns selbst anfangen.

Mein Ziel ist es, selbst offener über diese Tabu-Themen zu sprechen, Einblicke zu gewähren, aber zugleich auch Impulse zu Hilfestellungen zu geben. Und wenn ich nur eine Handvoll Menschen erreiche, die ihr Verhalten überdenken, sich eine der Inspirationen raussuchen und für sich und ihr Leben etwas mitnehmen, dann ist das schon super. Und hiermit spreche ich nicht nur die Außenstehenden oder Angehörigen an – vor allem, wenn ich von Betroffenen Nachrichten erhalte, so nach dem Motto, dass sie sich nun endlich getraut haben, fachliche Unterstützung zu suchen oder aufgrund meines Erfahrungsberichts mal eine Selbsthilfegruppe besucht haben, dann hat mein Tun seinen Sinn erfüllt.

 

Wie sind die Reaktionen auf deine Instagram-Arbeit? Bekommst du Rückenwind und musst du dich auch mit Hate auseinandersetzen?

Zu 95 % ist das positives und wertschätzendes Feedback. Natürlich gibt es hier und da ein paar Kommentare von Trollen oder von Menschen, die da eher eingeschränkt denken. Manchmal gehe ich in den Austausch mit ihnen, andere werden blockiert. Bis dato kam es zweimal vor, dass ich aufgrund von Hate-Nachrichten Anzeige bei der Polizei erstellt habe. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, wir müssen uns nicht alles gefallen lassen und auch hier muss man natürlich seine Grenzen setzen. Aber wie gesagt, mehr als der Großteil ist absolut wertschätzendes Feedback – sowohl von Betroffenen, Angehörigen und auch allgemein Interessierten oder Fachpersonal.

Du bist seit 2022 selbstständig und bietest deine Erfahrungen und Expertise für Einzelpersonen und Organisationen an. Was genau machst du da? 

Das dieser Bereich auch beruflich etwas für mich sein könnte, kam tatsächlich durch mein ehrenamtliches Engagement im Offenen Treff für Angst und Depression in Berlin. Dort war ich fünf Jahre lang Gastgeberin und erfuhr von einem Kollegen von der Fortbildung zur Ex-In-Genesungsbegleiterin. Nachdem ich ein paar Jahr vorher mein Studium der Sozialen Arbeit abgebrochen hatte, dachte ich ja lange, dass ich zu labil für diesen Bereich sei.

Aber durch ehrenamtliche Engagements merkte ich, dass mir die Arbeit mit anderen Erkrankten Freude macht, dass ich das kann. Daraufhin schloss ich die Fortbildung ab, später eine Fortbildung zur Resilienztrainerin und zur MHFA (Mental Health First Aid). Zwei Jahre arbeitete ich in der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe in Pankow, bot dort die Peer-Beratung an und war in Teilzeit selbstständig. 2022 habe ich mich komplett selbstständig gemacht – mit der Peer-Beratung bzw. -Mentorings (mehrwöchige Begleitung von Betroffenen und/oder Angehörigen), biete Vorträge und Workshops an für allgemein Interessierte, Betroffene, Angehörige oder eben auch in Unternehmen.

Eine tolle Zusammenarbeit erfolgte hierbei auch mit den anderen Frauen vom Projekt „Seelische Erste Hilfe Leisten“ – neben den Ersthelfendenseminaren, bieten wir dort das Seminar zur Suizidprävention an, welches sich an Angehörige bzw. Außenstehende richtet und Menschen befähigt, andere in lebensmüden Krisen anzusprechen und an fachliche Unterstützung weiterzuleiten.

Ebenso bieten wir das Seminar zur Abgrenzung & Eigenschutz an, als auch das das zur Kommunikation mit Betroffenen von Partnerschaftsgewalt. Zudem bin ich ehrenamtlich im Berliner Netzwerk zur Suizidprävention tätig und seit 2023 Beirätin in der dortigen Fachstelle. Mit den Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen bin ich immer noch sehr gut vernetzt, unterstütze seit Anfang 2023 den Offenen Treff für Depression für junge Menschen in der Kontaktstelle in Berlin Mitte und begleite hier und da Gruppen in ihrer Gründung. Seit letztem Jahr steht mein selbst konzipiertes ANKER-Training, welches dieses Jahr in eine weitere Runde geht. ANKER steht für „Achtsam und nachhaltig durch Krisen mittels Emotionsregulation und Resilienz“ und ist ein mehrwöchiges Training, in denen Du Deinen Selbsthilfekoffer füllen kannst. Themen sind hierbei nicht nur jene, die in der Resilienztheorie gängig sind, wie beispielsweise Akzeptanz, Optimismus und Lösungsorientierung, sondern auch die Auseinandersetzung mit (Selbst-)Werten, Psychoedukation zum Zusammenhang von Gedanken, Gefühlen und Verhalten als auch das Entwickeln eines SOS-Krisenplans. Aktuell bin ich dabei, dies auch als Online-Kurs zu erstellen für jene, die sich nicht in Gruppen austauschen wollen.

All das hat sich so entwickelt – und ich freu mich total darüber. Durch mein Bloggen und Autorinnen-Dasein bin ich viel für mich allein und arbeite oft im Homeoffice, was mir total gut gefällt. Aber wenn ich eine Gruppengründung begleite, eine 1:1-Beratung führe oder einen Workshop gebe, genieße ich quasi die Zusammenarbeit mit Menschen und finde den Austausch total inspirierend.

Obwohl vor ein paar Jahren diverse Mitarbeitenden seitens der Bundesagentur für Arbeit oder auch Ärzt:innen, Therapeut:innen, Sozialarbeiter:innen meinten, dass ich doch anstatt mit Menschen lieber in einem Steuerbüro arbeiten sollte, bin ich total glücklich in meinem Job und freue mich, dass ich auf die Menschen damals nicht gehört habe. Leider geht es aber so noch vielen anderen Menschen. Noch zu oft heißt es, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung nicht in sozialen Berufen arbeiten sollten – das ist nicht nur pauschalisierend, sondern auch diskriminierend. Auch hier zeigt sich wieder, dass wir alle in unserer Erkrankung individuell sind und als solche auch behandelt werden sollten.

 

Du hast ein Buch zum Thema Depression geschrieben. Was wolltest du Menschen damit wissen lassen? Und hat das auch etwas mit Selbsthilfe zu tun?

Der Ursprung war, dass ich als Jugendliche selbst viele Betroffenenbücher und Ratgeber las, auf der Suche nach dem Buch, in dem ich mich wiederfinde. Ein Buch, welches mir zeigt, dass ich nicht unnormal oder anders bin. Ein Buch, welches mir zeigt, dass ich nicht allein mit diesen Symptomen bzw. der Erkrankung bin. Dadurch entstand erstmal mein Blog und später kam Anna vom Starks-Sture-Verlag auf mich zu und schlug mir das Buch-Projekt vor. Darin beantworte ich die Fragen, die ich selbst gerne am Anfang meiner Erkrankung beantwortet hätte: Warum ich? Was nun? Therapie oder Selbsthilfegruppe? Medikamente, ja oder nein? Psychologe oder Psychiater – welcher Arzt ist der richtige für mich? Wo finde ich die passende Hilfe? Welche Therapie wird von der Krankenkasse erstattet? Wie gehe ich mit dem Thema Arbeit und Krankheit um? Wie kann ich oder wie können meine Angehörigen mir helfen?

 

Neben fachlichen Infos berichte ich von meinen eigenen Erfahrungen – wie war das damals als Kind mit dieser Symptomatik? Wie fand ich Hilfe? Wie läuft das so in der Partnerschaft mit Depressionen? Warum waren und sind Tiere eine so große Unterstützung? Letzteres ist dann auch der Übergang zu Selbsthilfe-Methoden. Seien es die Tiere, das Schreiben oder auch der Besuch von Selbsthilfegruppen – Du erfährst, was ich ausprobiert habe und warum es mir hilft. Dies kann eine Anregung für andere sein.

Das Buch ist jedoch nicht nur für Betroffene geschrieben, sondern auch für Angehörige, die gezielt einige Kapitel erhielten. So beispielsweise, Impulse, wie man mit depressiv Erkrankten umgehen kann, aber auch, wie man sich selbst abgrenzt. Das Thema Suizidalität bzw. Suizidprävention ist mir sehr wichtig, weshalb auch dies einen größeren Raum erhalten hat: Ich räume mit den gängigen Vorurteilen auf und gebe Impulse, wie man im Sinne der Ersten Hilfe ein Gespräch mit Betroffenen führen kann.

Zudem kommen drei Personen aus dem fachlichen Kontext in Form von Interviews zu Wort:

Mein Psychiater, Herr Peters; beantwortete mir Fragen zu Psychopharmaka, las das Buch auf fachliche Richtigkeit hin Korrektur und schrieb mir das Vorwort. Die Klinik-Chefin und Post-Präsidentin der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychotherapie, Psychiatrie und Nervenheilkunde), Frau Dr. Hauth beantwortete mir Fragen zu genetischen Ursachen von Depressionen und mit der Heilpraktikerin für Psychotherapie, Jessica Exner, welche tiergestützte Therapie anbietet, sprach ich darüber, wie und warum Tiere einen positiven Einfluss auf Menschen mit Depressionen haben können.

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Welchen Tipp, oder Rat würdest du Menschen geben, die überlegen an einem Selbsthilfeangebot teilzunehmen, aber noch nicht ganz überzeugt sind, Zweifel oder Vorurteile haben?

Sich vorab über die Gruppe bzw. deren Vorgehensweise informieren und ausprobieren. Viele Selbsthilfegruppen sind ja an Selbsthilfe-Kontaktstellen angegliedert, wo man ein Beratungsgespräch nutzen kann. Oftmals kann man auch die Gruppe selbst vorab kontaktieren und da nach einem Gespräch fragen. Ansonsten wirklich ausprobieren. Und wenn die erste Gruppe nicht so passt, dann auch mit einer weiteren mal ausprobieren. Das klingt vermutlich anstrengend und je nach Thema oder persönlicher Verfassung ist es das auch. Nur ist es so, wie es immer ist, wenn man etwas mit Menschen macht – die Chemie muss stimmen. Ansonsten ist hier natürlich weiter auch die Frage, warum ist die Person nicht überzeugt? Welche Zweifel oder Vorurteile bestehen? Und dann darüber mit jemanden zu sprechen – bei mir in der Peer-Beratung ist das oftmals ein Thema. Ich selbst hatte übrigens auch ziemlich große Vorurteile und dachte, dass mir 10 andere Menschen mit Depressionen in meiner depressiven Krisen ja nun wirklich nicht helfen können und das ich mich ja auch gar nicht abgrenzen kann. Aber es war dann alles anders, als gedacht und das mit der Abgrenzung habe ich nur gelernt, weil ich mich hier und da den Herausforderungen gestellt habe.

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"Menschen verbinden sich an Stellen, wo sie kaputt gegangen sind"

Beitrag aus der Redaktion

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Durch Abnehm-Kuren in ihrer Kindheit, Verletzungen beim Sport, unzähligen Diäten und einem geringen Selbstwert entwickelte Nicole Jäger eine Binge-Eating-Störung. Heute liegt ihr letzter Essanfall über fünf Jahre zurück und sie ist als Comedienne und Autorin mehr als erfolgreich. Mit InCogito hat sie über ihre Erfahrung mit ihrer Essstörung gesprochen, was ihr Selbstwertgefühl damit zu tun hat und was ihr das Schreiben gibt.

 

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InCogito: Bisherige Interviews mit dir beginnen oft damit, dass Du über dich selbst sagst „Ich bin eine fette Frau“. Wofür findest du es wichtig, deinen Körper so zu beschreiben?

Nicole Jäger: Ich finde das gar nicht wichtig. Meistens startet das Interview aber mit einer Frage zu meinem Körper. Und ich überlasse wirklich nur ungern die Kommunikationshoheit über mich jemand anderem. Deshalb stelle ich das zu Beginn gleich klar. Ich würde aber nie von selbst ein Interview so beginnen. Denn das ich übergewichtig bin, ist nicht das was mich ausmacht.

Was gab dir damals, als du begonnen hast, dich mit dir und deiner Essstörung auseinanderzusetzen die Zuversicht, dass du auch ohne Adipositas-Operation eine reelle Chance hast, gesund zu werden?

Ich bin überzeugt davon, dass Adipositas-Chirurgie nicht die Antwort auf eine Essstörung ist. Denn selbst wenn du operiert bist, bist du trotzdem essgestört. Die OP nimmt dir, dem Suchtdruck nachzukommen und vielleicht auch ein bisschen Druck von außen, weil du dann relativ schnell schlanker bist.

Aber es gibt ja einen Grund, warum Menschen, die solch eine OP hatten, danach in andere Süchte fallen, warum viele nach einer Operation so stark mit Suizidgedanken strugglen. Es ist eben nicht nur eine Operation. Eine Essstörung passiert nicht im Magen. Für mich war immer klar, wenn mein Magen nicht das Problem ist, wird auch eine OP an meinem Magen nicht die Lösung sein.

Ich glaube einfach, dass das Heil nicht im Schlank sein liegt. Denn im Umkehrschluss wären alle schlanken Menschen glücklich und das ist einfach nicht der Fall. 2 Prozent aller Menschen mit Adipositas weltweit schaffen es ohne Magen-OP. Das ist eine riesige Zahl. Und ja, warum sollte ich nicht dazugehören, mit dem nötigen Wissen und Geduld.

Das heißt dein Ziel war nicht abzunehmen, sondern der Essstörung zu begegnen? Denn oft wird in den Medien deine Gewichtsabnahme in den Vordergrund gestellt.

Ich glaube, das liegt daran, dass Essstörung immer noch gern weggelächelt werden. Und es gibt auch ein mir völlig unerklärbares Ranking der verschiedenen Formen von Essstörungen. Magersüchtig zu sein ist nicht so schlimm wie bulimisch zu sein. Bulimisch zu sein, ist aber viel schlimmer als esssüchtig zu sein. Das ist alles so ein Bullshit. Ich glaube, dass Essstörungen überhaupt nicht so wahrgenommen werden, als das was es ist. Nämlich als eine Störung, die für Betroffene ein ernsthaftes Problem ist. Viel mehr als nur ein Gewichtsproblem à la der oder die isst zu wenig oder zu viel. Und gerade dann, wenn wir von Binge-Eating-Disorder sprechen. Denn übergewichtig zu sein ist gesellschaftlich hoch problematisch. Deswegen sprechen wir darüber am allerwenigsten, denn Dicke sollen einfach abnehmen. Punkt. Und wenn Betroffene Gründe angeben, warum eine Abnahme nicht funktioniert, sind die nur vorgeschoben. Das ist die allgemeine gesellschaftliche Meinung. Und Essstörungen bei denen die Betroffenen schlank sind, sind dann gesellschaftlich legitim, weil die Personen eben schlank sind.

Dass der Körper von Menschen mit Essstörungen „nur“ ausdrückt, dass da was nicht in Ordnung ist, der Körper ein sichtbares Symptom ist und dass dahinter eine richtig krasse Geschichte steckt, erfährt gesellschaftlich meist überhaupt keine Würdigung. Am krassesten ist das der Fall, wenn wir über Esssüchte sprechen, bei denen Betroffene übergewichtig sind. Diese Menschen haben gesellschaftlich jede Legitimation verloren.

War es dein Ziel, abzunehmen als du begonnen hast, etwas anders zu machen? Wie bist du gestartet?

Am Anfang ging es bei mir schon auch um Gewichtsverlust. Doch ich musste, mich gleich zu Beginn auch mit der gesamten Thematik Essstörung beschäftigen, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon 20 Jahre Diätkarriere hinter mir hatte – das hätte mich fast umgebracht. So konnte es für mich nicht weitergehen. Ich musste rausfinden, was eigentlich das verdammte Problem ist. Denn ich bin intelligent genug um zu verstehen, dass ein Apfel weniger Kalorien hat als Schokolade. Ich bin ja nicht blöd. Also musste ich mich damit auseinandersetzen, was denn sonst bei mir los ist. Ich musste rausfinden:Wofür steht das Essen bei mir.

War dir klar, dass du eine Essstörung hast?

Für mich war das ein sehr langer Prozess, anzuerkennen, dass das bei mir auch wirklich eine Essstörung ist. Und eben nicht: Ich bin nur zu faul. Andere schaffen es ja auch. Damit habe ich mich auch am Anfang auseinandergesetzt. Und dann musste ich herausfinden, was ich anders machen muss, damit ich überhaupt eine Chance habe. Denn ich wusste, Diäten machen es definitiv nur schlimmer. Das ist wie Öl ins Feuer zu gießen. Ich habe dann festgestellt, dass ich an das Mentale ranmuss. Ich brauchte eine Krankheitseinsicht und konnte dann die Haltung entwickeln: Wie kann ich mit meiner Essstörung gemeinsam einen Weg finden? Wie gehe ich mit dieser Erkrankung um?

Kannst du beschreiben, wie sich deine Essstörung heute im Vergleich zu vor deiner großen Abnahme anfühlt?

Die Essstörung fühlt sich heute nicht mehr so bedrohlich an. Sie fühlt sich meistens nicht mehr größer an als ich. Das habe ich in meinem Buch „Nicht direkt perfekt“ thematisiert. Ich sehe mich heute als Mensch und dieser lebt mit einer Essstörung. Sozusagen in friedlicher Koexistenz.

Ich habe für mich verinnerlicht, dass ich schon jetzt ein vollständiger Mensch bin und nicht nur, wenn die Essstörung komplett passé ist.

Bedeutet das für dich, dass du einen Teil deines Lebens mit der Essstörung teilst?

Ja, und das ist kein Aufgeben. Im Gegenteil. Ich werde sicher kein Mensch werden, der nie über essen nachdenkt. Denn das mache ich schon seit meinem 5. Lebensjahr. Mein Weg raus aus der Sache ist: zu wissen und zu fühlen: Essen tut mir nichts und ich bin okay. Ich bin jetzt an dem Punkt, dass ich mich nicht mehr schäme zu essen. Und eben auch der Punkt zu fühlen, dass es in Ordnung ist, übergewichtig zu sein.

Es wäre natürlich cool, wenn ich morgens aufwachen würde und denken würde: Essstörung? Nee weiß ich nicht, wie sich das anfühlt. Aber das glaube ich nicht. Ich denke, dass ich immer ein bisschen Awareness brauche, um nicht wieder dorthin zurückzufallen, wo es ganz schlimm war. Und dafür ist Essen immer ein bisschen mein Thema, aber es ist nicht mehr das Hauptthema.

Und ich glaube durchaus, dass Menschen da rauskommen können, was die Essstörung Negatives mit ihnen macht. Ich selbst bin auch keine Binge-Eaterin mehr. Mein letzter Anfall ist fünf Jahre her. Und trotzdem: Die Art wie ich esse, ist sehr Ausdruck dafür, wie es mir geht. Und das hilft mir auch, auf mich zu achten.

Derzeit ist Nicole Jäger mit ihrem Programm „Walküre“ in ganz Deutschland auf Tour. Wir können euch ihre Show, Bücher und zahlreichen Interviews nur wärmstens ans Herz legen.

Was hat dein Selbstwertgefühl mit deiner Genesung zu tun?

Die Frage danach ist eine sehr große. Ich weiß, ich war kein gewolltes Kind und ich glaube, ich bin kein sehr erwünschtes Kind gewesen. Und das habe ich gespürt. Ich habe als Kind verinnerlicht, dass mein Wert von meiner Leistung abhängt. Ich als Mensch muss mir meinen Wert und Liebe erarbeiten. Und weil ich auch noch übergewichtig bin, bin ich noch wertloser, weil mein Körper mich weniger liebenswert macht. Und das war dann auch meine feste Überzeugung. Ich musste erstmal herausfinden, dass mein Wert unabhängig ist von der Meinung einer anderen Person und unabhängig von meiner Leistung, und dass diese Überzeugung sehr stark mit meinem Essverhalten verbunden war.

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Und wie hast du das herausgefunden?

Ich habe begonnen, mir Fragen zu stellen: Warum bin ich mir es selbst nicht wert, mich gut um mich zu kümmern? Ich habe mich um andere gut kümmern können, aber nicht um mich. Mir wurde auch erst später klar, dass, wenn man isst, bis es einem nicht mehr gut geht, das ja auch eine Form von selbstverletzendem Verhalten ist. Ich musste mich fragen, weshalb ich Essen gegen mich nutzte, anstatt für mich.

An meinem Wert zu arbeiten und genug Respekt mir selbst gegenüber zu entwickeln, das war meine Aufgabe. Heute habe ich diesen Respekt vor mir selbst und kann auch diesem Schuldgefühl Einhalt gebieten und sagen: es geht um mein Recht auf Essen, auf mein Leben. Und seit ich das nicht nur kognitiv, sondern auch emotional verstanden habe, seitdem wird es besser.

Kannst du beschreiben, wie du an deinem Selbstwert gearbeitet hast?

Ich habe begonnen, mich mitzuteilen, mir Hilfe zu suchen. Ich durfte erfahren, dass ich darüber sprechen kann, ohne dass die Welt untergeht. Ich habe mich geöffnet, gesagt, was mir unangenehm ist, wofür ich mich schäme. Und dann wurde es einfacher, weil mein Gegenüber mich besser verstehen konnte. Das Gefühl in mir, das so ohrenbetäubend laut war, wurde leiser. Ich habe Mitwisser geschaffen. So konnte das Gefühl raus aus mir.

Du sprichst heute über sehr persönliche Themen in der Öffentlichkeit, in deinen Büchern, Shows und Interviews. Fällt dir das leicht?

Das was ich mache, ist für mich immer eine Überwindung, weil es so persönlich ist. Und ich bin sehr emotional und sensibel und man kann mich verletzten. Ich bin nicht kugelsicher. Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, genau darum eine Mauer zu bauen. Ich war ein sehr rougher Mensch und habe festgestellt, dass ich damit unglaublich unglücklich bin. Mit dem Gewicht, das ich verlor – heute ungefähr 190 Kilogramm, wurde ich auch angreifbarer und habe festgestellt, dass das gar nicht schlimm ist.

Ich glaube, dass wir auch als Gesellschaft weiterkommen würden, wenn wir uns trauen würden, uns gegenseitig die Sachen zu zeigen, die nicht so schön an uns sind, dich nicht leicht sind. Denn Menschen verbinden sich an den Stellen, wo sie kaputt gegangen sind. Und nicht an den schönen Stellen. Und es ist immer eine Überwindung darüber zu sprechen.

Hier bei InCogito bieten wir Schreibworkshops als Selbsthilfe an. Wie machst du dir das Schreiben zunutze?

Ich brauchte einen Ausdruck, ich wollte darüber sprechen, und ich wollte nicht, dass Menschen die in einer ähnlichen Situation sind, sich einsam fühlen. Wenn wir uns trauen verletzlich zu sein, dann erlauben wir unserem Gegenüber die Schilde runterzufahren.

Schreiben ist meine persönliche Delphin-Therapie. Im Schreiben habe ich die Chance, mich auszudrücken – mit so viel Zeit wie auch immer ich brauche, ich kann mich immer wieder korrigieren. Und vor allem – ich kann hinterher von außen drauf gucken, zurücktreten, Abstand nehmen.

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Das Interview führte Nora Stankewitz

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Interview mit Cindy Fuchs von cndrll_design

Beitrag aus der Redaktion

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Cindy ist OP Schwester und Illustratorin. Ihre Zeichnungen sind Motive, die Körper in allen Formen, ohne Filter und ohne Idealisierungen zeigen. Es sind echte Körper, von echten Menschen- warum Cindy diese Figuren (so) malt und wie Zeichnen die Sicht auf Körper verändern kann, was Disney damit zu tun hat und wie du im Alltag vor dem Spiegel und mit Papier und Stift für mehr Selbstwertschätzung & Achtsamkeit sorgen kannst, liest du hier.

Mit meinem Gekritzel, wie ich es nennen würde, versuche ich wiederzugeben, was mir im Alltag begegnet und das ungefiltert.  Die Figuren haben auch immer etwas mit mir zu tun, mit den Menschen, die mich umgeben. Und sie zeigen oft die Themen, die die Menschen bewegen. Ich versuche dem Raum zu geben. Egal wie klein die Figur ist, hat sie doch seine Daseinsberechtigung. Es sind ganz normale Charaktere und geben mir aber ganz wichtigen Input für mein eigenes Wachstum.

Weil ich das Idealbild, dass es gibt aufbrechen möchte und weil ich zeigen möchte, dass jede:r super ist. Mein Anliegen ist, dass das Vergleichen aufhört. Keiner geht den Weg, den du gehst und keiner trägt das Päckchen, das du trägst. Und dafür musst du dich nicht schämen.

Ich war schon immer übergewichtig und habe sehr gestruggelt mit mir und meinem Körper. Das kam vor allem durch die Gesellschaft. Alle in meiner Familie waren sehr schlank und sportlich. Die Akzeptanz aller Anderen ist mir erst dadurch bewusst geworden, als ich gelernt habe, mich selbst zu akzeptieren.

Ich habe meinem Gegenüber oft die Vorurteile unterstellt, die so über Mehrgewichtige kursieren und bin davon ausgegangen, dass Andere mich automatisch aufgrund meines Gewichts ablehnen und abwerten. Heute weiß ich, dass das meine eigenen Unsicherheiten waren, die ich auf andere projiziert habe: Wenn ich schon kritisch mit mir bin, vermute ich auch im Äußeren nur Kritik an mir. Es kam immer zuerst mein Übergewicht und dann alles andere. Das hat sich jetzt gewandelt und all meine andere Aspekte stehen vorne: Ich bin eine Tochter, Schwester, Freundin, Partnerin, OP-Schwester, ich zeichne gerne, ich gehe gerne wandern und so weiter. Früher habe ich immer gesagt: „Ich bin dick, aber…“. Heute sage ich: „Ich bin dick.“

Außerdem war ich früher eine People Pleaserin und habe immer zu allem ja gesagt. Ich dachte, wenn ich nein sage, werde ich abgelehnt. Heute weiß ich, dass ein Nein ein Ja zu mir ist. Ich habe für mich erkannt, dass die Leute meinen Wert nicht an dem messen, was ich für sie mache, sondern was ich für mich mache. Denn alles, was ich für mich mache und mir gebe, dass strahle ich nach Außen aus.

Der Wendepunkt war mein Ehemann, den ich mit 18 kennengelernt habe. Der hat mir das Gefühl gegeben, ganz andere Dinge in mir zu sehen und strahlen und wirken zu lassen. Z.B. mein Humor und meine liebevolle Art und er wird nie müde, mir das täglich zu sagen, oder mir zu zeigen, wie wichtig ich bin und das ungeachtet dessen, wie sehr ich mich (körperlich) verändert habe. Ohne ihn wäre ich vielleicht immer noch in einem Schneckenhaus und nicht präsent. Ich hätte mich verurteilt und hätte weder mir, noch anderen Akzeptanz schenken können. So einen Menschen wünsche ich jedem Menschen und wenn es gerade niemanden gibt, muss man das vielleicht mal für sich selbst sein.

Ich lerne durch das Zeichnen mich besser zu akzeptieren.

Ich hatte, wie gesagt, schon immer einen größeren Körper. Beim Zeichnen gibt man Dingen einen Raum und das meine ich wörtlich. Als ich jung war, war mir dieser Raum mit meinem Körper nicht gegeben. Ich habe versucht in Sachen zu passen, die nicht zu mir passten.

Früher habe ich Disney Prinzessinnen gemalt, das waren meine Heldinnen. Heute male ich ganz normale Frauen, die es wert sind gesehen zu werden und Raum zu bekommen. Am Anfang fiel mir das gar nicht so leicht, denn viele Modelle und Vorlagen, an denen man das Zeichnen von Körpern lernt, entsprechen einer Norm und sind nicht individuell. Ich musste erst einmal lernen, andere Körper zu zeichnen. Dafür muss man Körper genau und wertfrei betrachten, um sie natürlich und echt darstellen zu können.

Definitiv. Anstatt dass ich Körper einem Bild anpasse, passe ich heute ein Bild den Figuren an und gebe ihnen den Platz, den sie brauchen. Früher saß ich vor meinen Bildern und wollte so sein wie die Disney Prinzessinnen, die ich gemalt habe. Heute denke ich, wenn ich zeichne: Das bin ich. Ich gebe anderen nicht mehr die Macht mich zu definieren.

Ich habe das Wohlfühlen mit mir und meinem Körper gelernt. Ich weiß, wo ich meine Speckrollen und meinen dicken Bauch habe und es ist auch in Ordnung, wenn sich das nochmal ändert.

Vieles, was wir unterbewusst über uns denken und wie wir mit und sprechen, wirkt sich auf unser Selbst- und Körperbewusstsein aus. Das gilt vor allem für negative Gedanken: Durch Vergleiche mit Anderen, findet unsere innere Kritikerin immer wieder etwas an uns, was schlecht(er) abschneidet und wir fühlen uns schlecht.

Beim Positiven ist es anders herum: Man muss sich ganz bewusst sagen, dass man sich gut findet und dann kommt es irgendwann im Unterbewusstsein an und man kann dem vertrauen und fühlt es.

Wenn man es sich zum Beispiel zur Aufgabe macht, jeden Tag etwas Schönes an sich finden und anzuerkennen, dann summiert sich das mit der Zeit und man erkennt, was für eine tolle Person man ist. Das ist harte Arbeit, jeden Tag und da gehört auch Scheitern dazu. Da ist es gut, nachsichtig mit sich sein und sagen: „Den Tag hake ich ab, und probiere es morgen noch einmal.“

In der Kunst und Mathematik gibt es Formeln, um Schönheit auszurechnen und darzustellen zu können, z.B. den goldenen Schnitt. Aber ich finde das nicht passend für Dinge, die eine Seele haben und lebendig sind. Schön ist keine Tatsache, sondern ein Gefühl.

Schönheitsideale gibt es ja schon sehr lange, das zieht sich auch durch die Kunstgeschichte: Ein Künstler hat eine Frau, die er schön fand, auf eine Leinwand gemalt und irgendwo aufgehängt und plötzlich dachten alle, dass das der Schönheitsstandart ist und haben sich schlecht gefühlt, wenn sie dem nicht entsprochen haben. Das findet sich heute in den Schönheitstrends wieder. In den letzten 100 Jahren war alle zehn Jahre etwas anderes modern, bzw. galt als neues Schönheitsideal. Da kommt keine:r mit und kein Körper kann sich diesen Idealen (so schnell) anpassen bzw. ist überhaupt gemacht dafür. Schönheit in der Öffentlichkeit wird oft einfach hergestellt. Man könnte ja auch selbst diejenige sein, die sagt: „So, das ist jetzt schön!“ Und dann wäre das auch eine unumstößliche Tatsache, an der niemand etwas machen kann.

Immer wenn ich etwas für mich machen kann. Wenn ich Dinge ganz bewusst machen kann und zwar nur für mich.

Hab keine Angst. Hab Geduld und vertrau dir selber. Du bist definitiv stark genug, um die Dinge zu tragen, die auf dich warten. Egal, welche Veränderung man durch macht, ist es gut, wenn man sich die Zeit gibt, diese Veränderung zu spüren.

Zeichne, ohne, dass du etwas schön finden möchtest. Mein Gekritzel zum Beispiel soll nicht schön aussehen, sondern ein Wohlfühlgefühl vermitteln.

Man kann sich ja auch mal selbst zeichnen, ohne den Anspruch, dass es realistisch sein soll. Zeichne dich einmal und fange mit dem an, was du an dir am liebsten magst und male das groß und dann malst du dich Stück für Stück. Und dann fängt es vielleicht an, dass sich die Proportionen angleichen, oder du Dinge an dir anders wahrnimmst.

Man muss ausprobieren und mutig sein und wenn man ganz unzufrieden ist, dann muss man eben von vorne beginnen. Und seine eigenen Blickwinkel hinterfragen.

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Interview mit Elise von TOCHTER

Beitrag aus der Redaktion

@in_cogito.de

Elise ist Sängerin und Songwriterin aus Berlin. Im Interview mit InCogito spricht sie über ihren Song „Anna“, in dem sie ihre eigene Geschichte und Erfahrungen mit ihrer Bulimie verarbeitet. Sie spricht über Leistungsdruck und Härte, über Selbstliebe, über Herausforderungen bei der Suche nach Hilfe und über ihre größte Motivation und Leidenschaft, die Musik. Heute möchte sie Menschen  zu mehr Weichheit und Selbstliebe ermutigen und Menschen mit Essstörungen Mut machen, nach Hilfe zu suchen.

Hier geht's zum Interview

Hier geht's zum Song "Anna"

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